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AeroCool VM-102 Heatpipe-VGA-Kühler
Autor:
Martin Eckardt
Publiziert:
27.08.2005
Kategorie:
Sonstige Kühlung
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Seiten | 1 | 2 |   weiterempfehlen | drucken

Im März diesen Jahres stellten wir insgesamt sieben passive Grafikkartenkühler in einem großen Vergleich, der sich bis heute überwältigender Resonanz erfreut, gegenüber. Im damaligen Test kristallisierte sich der Polar Freezer von BeQuiet als insgesamt beste lüfterlose Kühllösung für den 3D-Chip heraus, da er sowohl in Leistung, Verarbeitung, Montierbarkeit und Dokumentation die gewählte Konkurrenz teilweise deutlich übertreffen konnte. Zu dieser Konkurrenz zählte auch der AeroCool Video Magic 101, eine leichte Konstruktion, welche die Wärme über zwei Heatpipes vom Grafikprozessor auf die Grafikkartenrückseite führte um sie dort mit einem großen Aluminiumkühlkörper an die Luft zu überführen. Wenngleich dieser asiatische Entwurf in unserem Test nur eine Mittelposition einnehmen konnte, fand er aufgrund seiner überaus einfachen Montierbarkeit und seiner hohen Performance in entsprechend belüfteten Systemen viele Freunde. Mittlerweile hat AeroCool allerdings nachgelegt und präsentiert mit dem VM-102 den verbesserten Nachfolger, der mit mehr Kühlfläche und größerer Kompatibilität nun auch den Polar Freezer leistungsmäßig in die Schranken weisen will. Ob es dem VM-102 im Härtetest auf einer Radeon X800 XT Platinum Edition gelingt, den aktuellen Spitzenplatz von BeQuiet abzuknöpfen, zeigt unser Exklusivtest.

Vielen Dank an Listan als deutschen Distributor für AeroCool-Produkte für die rasche und problemlose Bereitstellung eines VM-102 Testexemplars. Der Grafikkartenkühler wird in Kürze unter anderem bei PC-icebox zum Preis von knapp 30 Euro verfügbar sein.

Lieferumfang

Die leicht zu öffnende Blisterverpackung beinhaltet:
  • Vorderseitenkühlkörper
  • Rückseitenkühlkörper inkl. Dual-Heatpipe
  • GPU-Part
  • Montagematerial für variable Lochabstände
  • Wärmeleitpaste auf Silberbasis
  • Anleitung (gut bebildert, englisch)

Technische Eckpunkte

  • Maße (Fins): 185 (L) x 23 (H) mm
  • 30 Aluminium Kühlfins
  • Maße (Frontkühlkörper): 150 (L) x 80 (B) x 20 (H) mm
  • Kühlplatte aus Aluminium
  • Gesamtgewicht: 400 g
  • Dual Superconductor Tubes (Heatpipes)
  • Kann über 70 Watt an Wärme abführen
  • Verdeckt einen freien PCI Slots
  • Geeignet für alle VGA-Karten
  • Produkthomepage

Kühler im Detail

Anders als ein Vorgänger setzt der VM-102 auf eine Kühlkörperkombination aus Vorder- und Rückseitenpart. Die große, sehr robuste, anthrazit-lackierte Aluminiumkühlfläche für die Grafikchip-Seite erinnert dabei an die bekannten Ausführungen der am Markt vertretenen Kontrahenten, gibt sich allerdings in ihren Ausmaßen noch voluminöser. Speziell die Höhe von knapp 20 mm sucht Ihresgleichen - aus diesem Grund empfiehlt AeroCool auch das Freilassen von zwei angrenzenden PCI-Slots, obwohl im eingebauten Zustand lediglich einer verdeckt wird.

   

Der rückseitige Kühlkörper ist dagegen schon vom Vorreiter bekannt und besteht nicht, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte, aus Kupfer, sondern aus 30 hauch dünn geschnittenem Aluminiumlamellen. Aufgrund ihrer im Vergleich zum VM-101 noch einmal deutlich verringerten Dicke sind diese auf die Heatpipes gesteckten Kühleinheiten recht leicht zu verbiegen, sodass sie bei nicht auszuschließender Kollision mit besetzten Arbeitsspeicherbänken problemlos nachgeben können. Denn auch an der Form des "Rucksacks" hat es, wie man auf den unteren Bildern deutlich erkennen kann, markante Veränderungen gegeben: So setzt der VM-102 nun auf einen deutlich gestreckteren, dafür aber wesentlich flacheren Schnitt. Diese Tatsache kommt der Kompatibilität in hohem Maße zugute: Waren es beim VM-101 noch fast 50 mm, die zwischen Grafikkarte und Kühlkörper zur Unterbringung der AeroCool-Passiveinheit von Nöten waren, sind es nun nur noch etwa 37 mm.

   

Die Qualität des Gebotenen kann unterdessen im vollen Maße überzeugen. Sauberer Schliff, weiche Metallkanten und eine passgenaue Heatpipeführung der beiden geschwungenen 6-mm-Superconductor-Tubes stimmen genauso freudig, wie die mitgelieferte, anschaulich illustrierte Montageanleitung und die hochwertige Wärmeleitpaste auf Silberbasis.

Montage auf X800 XT PE

Das Montagezubehör fällt insgesamt wesentlich reichhaltiger aus, als dies noch beim VM-101 der Fall war. Insbesondere die vielen kleinen Schrauben entmutigen die zaghaft vorsichtige, da mit der Materie weniger vertraute Seele. Ärgerlich ist vor allem, dass viele vorbereitende Schraubarbeiten gar nicht vom Käufer hätten übernommen werden müssen, da das Zusammenfügen der entsprechenden Teile um das GPU-Stück bei allen zu verwendenden Grafikkarten von Nöten ist. Hat man sich allerdings erst einmal in das Prozedere eingearbeitet, sollte die Anbringung in etwa zehn bis 15 Minuten vollbracht sein.

AeroCool gibt an, dass sich der VM-102 auf allen Grafikkarten - wir schließen hier die GeForce 6600 GT AGP Modelle aufgrund ihres ungewöhnlichen Layouts aus - heimisch fühlen darf. Realisiert wird diese übergreifende Kompatibilität mit variierbaren Montagearmen, die ihre Tragweite entsprechend den spezifischen Lochabständen von GeForce, Radeon und Co. anpassen lassen.

   

Etwas stiefmütterlich hat der Hersteller unserer Meinung nach das Thema Dokumentation behandelt. Denn neben dem knappen englischen, wenig informativen Beschreibungen kann sich der Anwender nur auf die 23 Illustrationen der Schritt-für-Schritt-Anleitung stützen. Leider können diese nicht alle Fragen zweifelsfrei beantworten: So bleibt beispielsweise offen, ob die Montagearme mit dem Gewinde nach oben oder nach unten zeigend verschraubt werden müssen. Setzt man auf erstere Methode, berühren die Enden der Metallarme möglicherweise elektronische Bauteile der Grafikkarte (wie im mittleren Bild zu sehen), was im schlimmsten Fall zum Kurzschluss führen kann, da die nötige Isolierung fehlt. Auf der Grafikkartenrückseite übernehmen unterdessen zwei selbstklebende Ringe aus nicht-leitendem Material diese essentielle, schützende Aufgabe.

Aus dem Blickpunkt der gesteigerten Performance wird dem VM-102 sicher in die Karten spielen, dass die Enden der Heatpipes nicht mehr geplättet wurden, sondern nun im vollen Umfang in den dafür vorgesehenen Rinnen der GPU-Auflage sowie des Vorderseitenkühlkörpers arbeiten können. 

   

Im aufgebauten Zustand entfaltet die Video-Magic 102 ihre volle Pracht und überzeugt auch optisch mit einer eleganten Symbiose aus anthraziter Kräftigkeit und täuschend echtem, kupfernen Glanz. Trotz seiner Großflächigkeit bewegt sich der asiatische Kühlpanzer mit etwa 400 Gramm Gesamtgewicht (ohne Grafikkarte) noch im Rahmen des Verträglichen und sollte bei guter Kartenbefestigung auch beim Transport keine Sorgen bereiten. Ebenfalls keine Schwierigkeiten machte uns die Anbringung von zusätzlichen, flachen BGA-Speicherkühlern. Diese sollte allerdings aus Platzgründen vor dem Aufbau des Passiv-Heatpipekühler geschehen.

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