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Antec P180 Traumgehäuse
Autor:
Chris Bettinger
Publiziert:
26.09.2005
Kategorie:
Gehäuse und Zubehör
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Seit unserem letzten Top-Gehäusetest - dem Nitro AX - hat sich auf diesem Gebiet nicht viel geändert: In technischer und qualitativer Hinsicht dominiert die Lian Li-V-Serie, was sich der Hersteller aber auch zünftig bezahlen lässt. Im moderaten Bereich bis 150 Euro buhlen hauptsächlich Chieftech und Thermaltake um die Gunst der anspruchsvollen Kunden. An deren hohem Niveau lässt sich nicht zweifeln, aber die letzten Reserven zum Kopf-an-Kopf-Duell mit den Leichtmetall-Kontrahenten konnte bisher keiner der beiden aufbringen. Antec mag Kennern der Tweaking-Szene wie ein Fels in der Brandung erscheinen: Robuste und zuverlässige Produkte ohne viel Marketing-Aufwand. Auch "der Neue" wurde wenig umworben und hat doch das Zeug dazu, es auf ein Foto-Finish ankommen zu lassen: Nach dem weniger erfolgreichen P160 möchte der neue Sprössling aus der "Performance One"-Serie den Lian-Lis das Fürchten lehren. Schlagkräftige Argumente hat das P180 jedenfalls... .

Ein Dank für die problemlose Bereitstellung des Gehäuses geht an Antec Europe. Für rund € 150,- lässt sich das das Gehäuse aus der "Performance One"-Serie beispielsweise bei Frozen-Silicon erstehen.

Lieferumfang

  • Antec P180 Full Size-Gehäuse
  • 3 x 120 mm Antec TriCool-Lüfter vorinstalliert
  • 10 x Laufwerksmontageclips (für 4 HDDs und 1 FDD)
  • Schlüssel für Fronttür
  • Schraubenset
  • Mehrsprachiges Anwenderhandbuch
  • Garantiebescheinigung

         

Die Verpackung des Gehäuses war wie üblich tadellos. Alle Zubehörteile befanden sich in einer separaten Schachtel, die im Inneren des Gehäuses befestigt wurde. Das fünfsprachige Anwenderhandbuch ist klar gegliedert und vermittelt - anders als beim kürzlich getesteten Antec HD Cooler - zweifelsfrei alle Handgriffe zur Inbetriebnahme eines Rechners. Dennoch hätten einige Illustrationen zur Anleitung sicherlich nicht geschadet. Sehr löblich ist auch die Zugabe von gleich drei Gehäuselüftern im 120 mm-Format. Ob diese empfehlenswert oder gar notwendig sind, werden wir später begutachten. Wer das oben aufgeführte Schraubenset nicht auf den ersten Blick findet, möge sich einen Augenblick gedulden.

Technische Eckdaten

  • Antec "Performance One" P180 Advanced Super Mid Tower
  • Dimensionen (H*B*T): 540 x 205 x 488 mm
  • Material: 0,8/1 mm kaltgewalzter Stahl
  • Gewicht: ca. 14,1 kg
  • Laufwerke:
    o 4 x 5.25" extern
    o 1 x 3,5" extern
    o 6 x 3.5" intern
  • Belüftung:
    o Front: 120mm (nicht im Lieferumfang enthalten)
    o Rückseite: 120 x 25 mm Antec-TriCool (1200-2200 U/min, 25-30 dBA, 39-79 CFM)
    o Dach: 120 x 25 mm Antec-TriCool (s.o.)
    o Innen: 120 x 38 mm Antec-TriCool (900-1500 U/min, 17-28 dBA, 39-60 CFM)
    o VGA-Belüftung: 80 mm (nicht im Lieferumfang enthalten)
  • Frontanschlüsse:
    o 2 x USB 2.0
    o 1 x IEEE1394 Firewire
    o 1 x Lautsprecher & Mikrofon
  • Features:
    o Zwei thermisch isolierte Zonen
    o VGA-Belüftungskanal
    o Zwei gedämpfte Festplattenkäfige mit Belüftung bzw. Filter
    o Lüftervorrichtung im Gehäusedach samt "Spoiler"
    o Herausnehmbarer und gedämpfter Netzteilkäfig 
    o Tür mit Doppelscharnier bis zu 270º ausschwingbar
    o Laufwerksinstallation mit Schienen

Äußerlichkeiten

Ebenso gelassen wie die Marketing-Strategie des Herstellers scheint auch das Design des neuen Top-Towers: Die einfache, quaderförmige Grundstruktur des Gehäuses mag für Anhänger von Shark- und V1000-Gehäusen fast langweilig wirken, verleiht dem P180 aber in Verbindung mit der schwarz-silbernen Farbwahl ein Zeitlosigkeit, wie man sie eben fast nur bei Antec findet. Die Seitenteile sind wie die Fronttür aus matt-silbernem Kunststoff, eingelassen in einen verwindungssteifen schwarzen Rahmen. Leider ist dieser Kunststoff aber mindestens ebenso anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer wie gebürstetes Aluminium und sollte daher pfleglich behandelt werden. Ebenso ist eine regelmäßige Reinigung mit einem feuchten Tuch Pflicht, möchte man sich längerfristig an der coolen Optik erfreuen. Die Seitenteile besitzen keine Griffe zum Entfernen derselben und auch keine Schlösser. In der oberen rechten Ecke der Front ist der Hersteller-Schriftzug als Relief in den Kunststoff eingraviert - verdienter Stolz. Eine trapezförmige Aussparung an der rechten Seite der Türe gewährt Zugriff auf die obligatorischen, übereinander befindlichen Frontanschlüsse und ein Schloss zur Arretierung der Tür. Nichts wackelt, alles passt.

   

   

Die Tür wird nur über einen einzigen Magneten in der oberen rechten Ecke am Chassis fixiert und die Scharniere sind an einer recht instabil wirkenden Kunststoffschiene befestigt. Leider kann dieser Part nicht so recht gefallen, denn anders als bei Server-Gehäusen wird die Tür wohl häufiger benutzt werden und unterliegt somit einem nicht zu vernachlässigenden Verschleiß. Und der verträgt sich nun mal nicht mit Plastik. Hinter der Tür finden wir die vier externen Laufwerksschächte, darunter die Luftschlitze für den oberen Festplattenkäfig, der eine Schacht für ein Diskettenlaufwerk und zuunterst die Belüftungsvorrichtung für den unteren Festplattenkäfig. Durch einen Druck auf einer der Lüftergitter können diese wie Türen aufgeklappt werden und man erhält Zugriff auf die darunterliegenden, entnehmbaren Staubfilter - genial. Das Layout lässt vermuten, dass sich die Antec-Designer hier professionelle Fileserver-Gehäuse zum Vorbild genommen haben. Bei geöffneter Tür sind oberhalb der Frontanschlüsse auch die Power- und Reset-Knöpfe samt LEDs zugänglich. Beide sind leichtgängig und weisen einen sehr angenehmen Druckpunkt auf. Zum Neustart benötigt man kein Hilfsmittel, wie z.B. einen Stift.

   

Das auf den ersten Blick Auffallendste ist aber sicherlich der - im Handbuch sogar so genannte - Spoiler auf der Oberseite des Gehäuses: Eine ansteigende Lochgitter-Abdeckung für den im hinteren Drittel befindlichen 120 mm-Lüfter. Über Optik lässt sich streiten - aber die ansonsten saubere Formgebung gerät hier doch etwas ins Wanken und auch der technische Sinn ist fragwürdig: Aufgrund des groben Gitters und der großen Öffnung auf der Hinterseite taugt er nicht als Staubfilter und der darunter, d.h. im Inneren des Gehäuses, installierte Lüfter ist bereits durch ein Wabengitter ausreichend gegen schmerzhafte Kollisionen mit neugierigen Kinderhänden gesichert. Die gute Nachricht: Der Spoiler kann im Nu entfernt werden. Die schlechte: Es existiert keine flache Abdeckung für die dadurch sichtbare und - mit Verlaub - hässliche Vertiefung auf dem Gehäusedach.

   

Ein weiterer Blick auf die Rückseite des P180 lässt schon erahnen, dass es im Inneren nicht ganz ATX-konform zugeht und man somit im gleichen Wasser fischt wie die Kollegen von Lian Li. Das Mainboard sitzt ganz oben im Gehäuse, das Netzteil ist nach unten gewandert. Auf die meist unter dem Namen "WTX" (es handelt sich hierbei nicht um einen offiziellen Standard) bekannte Montage des Mainboards über Kopf hat man sich bei Antec allerdings nicht eingelassen. Stattdessen weist ein rechteckiges Lüftergitter neben den PCI-Slots auf eine andere Raffinesse hin... .

 
Blick von hinten und vorn bei geöffneter Abdeckung

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