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CoolerMaster Aquagate Mini R120
Autor:
Chris Bettinger
Publiziert:
22.05.2005
Kategorie:
Wasserkühlung
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Der Hang zur Miniaturisierung scheint in der Natur des Menschen zu liegen. Während sich Luftkühler wie der Thermaltake BigTyphoon oder der Verax Polargate hier aufgrund grundlegend physikalischer Grenzen aber gegenläufig entwickeln, zeigen die Hersteller von Wasserkühlungs-Sets, dass dies auch auf die Computer-Branche zutrifft. So auch unser heutiger Testproband, die CoolerMaster Aquagate Mini R120.
Um es deutlich zu sagen: Der erste Ausflug in die Welt der Wasserkühler misslang doch etwas. Obwohl die Aquagate das vermutlich stilvollste In-A-Box-System war, konnten Lautstärke und Kühlleistung nicht so richtig überzeugen, was sich wohl auch in den Verkaufstatistiken niederschlug. Ein wahrer Boom, wie sie die Aquarius 3 auslöste, gelang CoolerMaster nicht. Auf der diesjährigen CeBIT versicherte man uns aber, dass dies mit der neuen Aquagate Mini ganz anders werden solle.



Einen Dank für die unproblematische Zusendung und den freundlichen Support geht an Rudolf Rode von CoolerMaster Europe. Neben der hier getesteten R120-Variante gibt es die Aquagate Mini auch als kleineres R80-Modell mit einem 80mm-Radiator.


Der Lieferumfang

 
  • CoolerMaster Aquagate Mini R120 (Eine Einheit aus Radiator, Pumpe und Kühler)
  • 120mm-CoolerMaster-Lüfter mit Drehpotentiometer
  • Verchromtes Standard-Lüftergitter
  • Fünf (!) Sockelhalterungen
  • Backplate für P4/K8
  • Zwei durchgeschliffene 4-auf-3-Pin-Molex-Adapter
  • PCI-Blende für Drehpoti
  • Tüte Silmore Wärmeleitpaste
  • Schraubenset
  • Bebildertes, achtsprachiges "Handbuch"
 

    Ganz wie wir es von CoolerMaster gewöhnt sind, ist bereits die Verpackung ein Statement: Hier steckt Qualität pur drin! Ist der Kofferartige Karton erst mal geöffnet, wird der Blick auf das aufgeräumte Innere und den gut gesicherten Inhalt frei.



    Auffallend sind zunächst mal die fünf verschiedenen Sockelhalterungen (LGA775, P4, Xeon, K8 und K7). Maximale Sockelkompatibilität ist also gewährleistet. Leider scheint es aber auch noch nicht zum Hersteller durchgedrungen zu sein, dass Silmore-WLP für den OEM-Markt genügen mag, im bedeutend anspruchvolleren Retail-Markt aber nicht. Und das, obwohl CM eine ganz hervorragende "Thermal Compound" im Sortiment hat. Die 20-seitige Installationanleitung ist mustergültig gegliedert und illustriert (obwohl "das Aquagate Mini" für deutsche Ohren ungewöhnlich klingt). Zusätzlich gibt es sie hier zum Download.




    Technische Eckdaten
    • Radiator
      • Material: Aluminium
      • Abmessungen: 120 x 160 x 35 mm³
      • Gewicht: ca. 260 g
    • Lüfter:
      • Abmessungen: 120 x 120 x 25 mm³
      • Luftdurchsatz: 107 CFM (bei 2800 rpm)
      • Lautstärke: 21 - 35 dBA
    • Kühler/Pumpe
      • Material: Kupfer
      • Abmessungen: 70 x 85 x 23 mm³
      • Gewicht: ca. 570 g
      • Fördermenge: 45 l/h
      • Förderhöhe: 1,5 m
      • Lautstärke: 18,5 dBA
    • Features:
      • Werksseitig geschlossener Kreislauf
      • Kompatibel zu allen gängigen Sockeln
      • Einfache Installation
      • Radiatorlüfter mit Drehpotentiometer


    Der Radiator

    Sind erstmal alle Teile der Verpackung entnommen, bleibt erstaunlich wenig übrig. Kühler, Pumpe, Radiator: Alles ist auf minimalem Platz untergebracht und bereits mit Schläuchen versehen.
    Beginnen wir beim Radiator: Mit seinen Abmessungen von 120 x 160 x 35 mm³ und dem Fliegengewicht von 260 Gramm gehört er sicherlich zu den kleinsten seiner Art, ist sogar kleiner als der ohnehin schon kompakte BigWater-Wärmetauscher. Auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich ist, dass die beiden Enden des Radiators nicht gleichmäßig eloxiert sind, sondern Alufarbig pulverbeschichtet sind. Aufgrund der Unregelmäßigkeit fühlt sich das etwas gewöhnungsbedürftig an, ist aber vermutlich günstiger und dem Zwecke keineswegs hinderlich. Und wenn es hilft, den Preis für ein Qualitätsprodukt zu drücken - warum nicht?!



    Beide Enden sind verbunden durch elf schmale Kanäle, zwischen denen die Aluminium-Kühlfinnen im üblichen Zickzack-Design aufgereiht sind. Wie bei allen anderen Radiatoren auch, sind diese sehr leicht verbiegbar. In unserem Fall waren allerdings alle in einem einwandfreien Zustand - da haben wir schon ganz Anderes gesehen!



    Mit den beiden Längsseiten vernietet sind zwei Bügel, die auf beiden Seiten Bohrungen für Lüfter oder eben für die Verschraubung mit dem Gehäuse bieten. Stolz aber dezent eingraviert findet man hier auch das obligatorische CoolerMaster-Emblem. Theoretisch können also zwei 120mm-Lüfter installiert werden. In aller Regel bringt das keinen Leistungsschub mehr mit sich, die Finnen des Aquagate-Radiators stehen aber verhältnismäßig dicht in Reih' und Glied, sodass die Leistung wohl doch stark von der Förderleistung abhängen wird. Mitgeliefert ist natürlich nur ein Lüfter, wie sich unser niederländischer Proband aber bei anderweitiger Bestückung verhält, wollen wir später dennoch genauer untersuchen. Sonderlich potent wirkt der mausgraue Wärmetauscher zugegebenermaßen ja nicht, zumindest nicht, wenn man ihn den Kupferboliden von Thermaltake oder gar Zern gegenüberstellt.



    Die wie schon erwähnt vorinstallierten, schwarze Schläuche erlauben relativ geringe Kreisradien ohne dabei zum Knicken zu neigen. Allerdings sind die Schläuche auch zu kurz, um Gefahr zu laufen, um verwinkelte Ecken verlegt zu werden. Für alle Gehäuse, bei denen ein rückwärtiger 120mm-Lüfter vorgesehen ist, stellen die kurzen Schläuche übrigens kein Problem dar: Egal ob Midi-, Fullsize- oder Big-Tower, der relative Abstand zwischen CPU-Sockel und Lüftervorrichtung ist (nahezu) identisch. Hier reicht der Schlauch vollkommen. Problematisch - oder doch zumindest aufwendiger - wird es, wenn man den Radiator zum Beispiel im Gehäusedeckel verbauen will.



    Zum mitgelieferten 120mm-Lüfter aus eigenem Hause lässt sich sagen, dass dieser wohl mit zu den stärksten auf dem Markt gehört: Maximal 107 CFM bzw. 180 m³ pro Stunde erkauft man sich mit unangenehmen 40 dBA. In der Praxis wird man wohl eher den gemäßigeren Betrieb bevorzugen, wenn es die Kühlleistung  zulässt. Ein Papst F2GL macht bei 26 dBA 56 CFM, also etwa die Hälfte. Ein Noiseblocker SX2 bei 17 dBA immerhin 38 dBA. Ob sich ein Wechsel des Lüfters lohnt, wird sich zeigen. Neben der 3-Pin-Molex-Stromversorgung samt Tachosignal verlassen zwei weitere Kabel mit abschließendem Drehpoti das Lager des Lüfters. Ein optionales Kabel hinterlässt immer einen aufgeräumteren Eindruck, aber der Hersteller weiß wohl selbst um die hohe Lautstärke des Lüfters bei 12 Volt. Immerhin hat man gleich einen Regelwiderstand mitgeliefert.

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