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Eastar Yeti-Tower
Autor:
Chris Bettinger
Publiziert:
08.05.2005
Kategorie:
Wasserkühlung
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Wasserkühlungen sind eigentlich eine sehr feine Angelegenheit, wenn es darum geht, die Prozessortemperatur unter jeder Bedingung auf überdurchschnittlich niedrigem Niveau zu halten. Möchte man die CPU jedoch "nur" adäquat kühlen - ohne gleich Rekorde aufstellen zu wollen - bietet das Flüssigkühlsystem kaum mehr Vorteile: Hohe Anschaffungskosten, aufwendigerer Einbau und regelmäßige Wartung sind der Preis für Temperaturen um die 30° Celsius. Und wie sieht es mit dem oft angeführten Argument Laustärke aus? Moderne Luftkühler arbeiten inzwischen so geräuscharm, dass selbst die leisesten Pumpen und Radiatorlüfter nicht mithalten können.
Was nun? Vollständig passive Wasserkühlungen sind vermutlich eine Lösung, müssen aber häufig aufgrund der enorm großen Oberfläche des Wärmetauschers aus dem Gehäuse verbannt werden. Ein solches externes Passiv-LCS (Liquid Cooling System) im Stile des Zalman Reserators können wir in unserem heutigen Vorabtest genauer unter die Lupe nehmen: Den CeBIT-Neuling Yeti-Tower.




Der Endkundenpreis sowie Lieferkanäle stehen derzeit noch nicht fest. Für diesbezügliche Informationen kann man sich aber an den deutschen Distributor Eastar Trading GmbH wenden, bei dem wir uns für die unkomplizierte Bereitstellung bedanken möchten.


Lieferumfang
  • Yeti-Tower-Kühlturm
  • CPU-Kühlkörper
  • PCI-Blende mit Schlauchdurchführung
  • ca. 2,4 m matter 10mm-Silikonschlauch
  • Verschiedene Sockelhalterungen für P4, K7 und K8


Da die endgültige Verkaufsversion zum Zeitpunkt des Vorabtests noch nicht zur Verfügung stand, verzichten wir auf eine Bewertung der Verpackung und der Bedienungsanleitung.
Ein zweiter Kühlkörper, z.B. für Northbridge oder VGA, ist zwar noch nicht Standard, wäre aber durchaus eine sinnvolle Erweiterung für dieses System - schließlich möchte man möglichst wenig Lärmbelastung durch Lüfter im Gehäuse. Natürlich muss hierzu auch erst geprüft werden, ob das LCS ausreichend potent ist, um eine weitere Wärmequelle abzudecken.


Technische Eckdaten
  • Yeti-Tower LCS
    • Material: eisblau eloxiertes Aluminium
    • Abmessungen: 150 x 200 x 500 mm³
    • Gewicht: ca. 9,5 kg
    • Kapazität: max. 4 Liter
  • Kühlkörper
    • Material: Kupfer
    • Abmessungen: 50 x 50 x 25 mm³, rund
    • Gewicht: ca. 300 g
  • Pumpe
    • Stromverbrauch: ca. 10 Watt
    • Förderleistung: 900 l/h
    • Lebenserwartung: 50.000 h
    • Max. Förderhöhe: 1,1 l
  • Features:
    • Externer Passivradiator ohne jeden Lüfter
    • Bis auf Kühlkörper keine Montage notwendig
    • Montierung auf allen gängigen Sockeln möglich


Der Tower

Der Yeti-Tower ist zweifellos schön anzusehen. Auf dem runden Sockel mit einem Durchmesser von 20 cm sitzt auch schon der rund 0,5 m hohe Wärmetauscher. Trotz der Wahl von Leichtmetall als Material, bringt der Tower stolze 9,5 kg auf die Waage. Die eisblaue Eloxierung unterstreicht weiterhin die "coole" Note.



Die zentrale, mit Wasser gefüllte Säule wird umgeben von einem Kranz mit 56 Finnen. So ergibt sich - grob berechnet - eine Oberfläche von 1,7 m². Das ist wirklich eine Menge, jedoch muss beachtet werden, dass ja hier ein Passiv-Betrieb realisiert werden soll. Die Belüftung des Radiators übernimmt hier ausschließlich die Konvektion, dementsprechend positiv zu bewerten ist der recht großzügige Abstand zwischen den Finnen.



Auf der Rückseite finden wir in einem Dreieck angeordnet die beiden Schlauchanschlüsse und das Euro-Stromkabel. Wie schon bei dem kurz zuvor getesteten WaterCube LCS von Levicom fehlen auch dem Yeti-Tower In- & Out-Markierungen an den Anschlüssen (was dann wichtig wird, wenn man einen zweiten Kühlkörper in den Kreislauf hängen will). Diesen Punkt sollte der Hersteller also zumindest in die Bedienungsanleitung der Verkaufsversion aufnehmen.



Mit den Anschlüssen fest verbunden sind zwei Schlauchstücke mit abschließender Verschraubung (für die PCI-Blende). Übrigens setzt man hier konsequenterweise auf das größere 10mm-System, wodurch auch das Wasservolumen noch etwas ansteigt. Auch hinsichtlich der Länge sind die Schläuche ausreichend dimensioniert. Selbst im CS901 und seinen Artgenossen sollte also ein Austausch der Schläuche nicht notwendig werden.
Auf dem "Dach" des Towers befindet sich eine durch Drehen entfernbare Verschlusskappe. Zuletzt muss noch eine weitere, metallene Dichtkappe entfernt werden, um den Blick auf die Einfüllöffnung freizugeben. Leider war es nicht möglich, einen tieferen Einblick zu erhaschen. Selbst nach Entfernen aller Imbus-Schrauben hielt das Dach - vermutlich ist es verklebt. Neben dem Wassertank befindet sich laut Herstellerangaben aber nur noch die Pumpe darin - welche in unserem CeBIT-Muster noch nicht entkoppelt ist. In dem fertigen Produkt, welches wohl Anfang Juni auf dem Markt erscheinen wird, werde dies natürlich der Fall sein.



Seitens der Qualität gibt es hier keinen einzigen Schwachpunkt: Das Aluminium ist gut verarbeitet, die Kanten abgerundet. Alle Schraubgewinde sind präzise gedreht und das Dichtungssystem sucht seinesgleichen. Eine Entlüftung ist aufgrund der Öffnung nach oben hin ein Kinderspiel. Transportiert man den Tower häufiger (z.B. auf LAN-Parties), was bei 9,5 kg Kampfgewicht natürlich nicht gerade angenehm ist, sollte man etwas Acht geben, keine hässlichen Furchen in das ja doch relativ weiche Aluminium zu schlagen.



Ein Punkt, der aber noch zu klären wäre: Wohin mit dem Tower? Für die Pumpe optimal wäre eine Aufstellung auf Höhe des Kühlers. Steht der Computer auf dem Tisch, sollte man also den Yeti daneben stellen; steht der PC unter dem Tisch wäre dort auch der richtige Platz für den Kühlturm. Aber ist er dafür nicht viel zu schade? Leider ein genereller Schwachpunkt der Kühlidee.


Der Kühlkörper

Abgesehen von der eisblauen Eloxierung gibt sich der Kühlkörper recht unauffällig. Die 3mm starke Bodenfläche ist aus Kupfer gefertigt und mit einer Schutzfolie versehen. Hinsichtlich der Polierung haben wir bereits deutlich bessere Kühler angetroffen. Feinkörnigere Wärmeleitpaste wie die Artic Silver 5 sollte dieses Manko wieder ausbügeln können. Der Hersteller sollte sich also überlegen, ob er in der Verkaufsversion nicht lieber eine kleine Dosis hochwertigere Wärmeleitpaste statt der viel zu oft gesehenen Silmore-Silikonpaste beilegt.



Insgesamt scheint der Kühlkörper ein wenig von der koreanischen Konkurrenz von Zalman abgekupfert. Die kreisrunde Form, die seitliche Rillenoptik erinnern doch stark an den ZM-WB2 ebenso wie die damit verbundene Montagetechnik. Ob es sich um eine Kopie oder um eine Auftragsfertigung handelt, lässt sich letztlich schwer beurteilen. Aber warum auch nicht? Die neueste Corsair-Wasserkühlung wird auch mit einem von Swiftech gefertigten Kühlkörper ausgeliefert.
Auf der Oberseite findet sich eine zentrale Vertiefung, wie wir sie schon beim Levicom-Kühlkörper gesehen haben. Darin findet später die Montageklammer Halt.
Eine Öffnung des Kühlkörpers zwecks gründlicher Reinigung ist nicht möglich. Zwar wird dies den "normalen" Käufer wenig interessieren, Wasserkühlungs-Profis werden sich daran aber stören, ist dies bei Solo-Kühlern doch Gang und Gäbe.



Auch hier hat der Hersteller sich viel Mühe mit den Anschlüssen und den Dichtungen gegeben. So kommt es, dass der Schlauch von Haus aus bereits am Kühler - und am anderen Ende an der PCI-Blende - befestigt ist. Eine Entfernung der souveränen Dichtungen sollte man also auch möglichst unterlassen.

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