|
GlacialTech NorthPole 1000
Seiten | 1 | 2 |
weiterempfehlen
| drucken
Der Wechsel des serienmäßigen Prozessorkühlers gegen ein leiseres und leistungsstärkeres Modell ist mittlerweile für viele zur Selbstverständlichkeit geworden. Kaum noch zu überblicken ist allerdings der Markt angesichts ständig wachsender Herstelleranzahl und Produktfülle für jeden Geschmack und Geldbeutel. Um sich etwas aus dieser Konkurrenzspirale zu winden, versuchen daher viele Hersteller ihre Philosophien auch auf andere Kühlbereiche zu übertragen. Speziell die Grafikkarte bietet da, ob ihrer enormen Hitzeentwicklung, überaus ansehnliches Potential, neue Kreativität und Qualität walten zu lassen. Den User freut das wachsende Angebot an ausgefallenen VGA Kühlkonzepten vom passiven, über das beleuchtete bis hin zum super-leisen Modell, denn allzu oft entspricht der Standard-Grafikkartenkühler nicht den Vorstellungen und Ansprüchen des fortgeschrittenen Tweakers. Im heutigen Test wollen wir mit dem GlacialTech NorthPole 1000 eine sehr extravagante VGA Kühllösung vorstellen, die enorme Kühlleistung bei minimaler Geräuschkulisse sowie eine einfache Montage bei weitreichender Kompatibilität verspricht und sich somit Chancen auf eine Top-Produkt Prämierung erhofft.  Unser gebührender Dank sei erneut gen SilentShop gerichtet, der uns ein entsprechendes Sample in Zusammenarbeit mit GlacialTech bescherte. Der NorthPole 1000 ist dort im Shop für ca. 27,90 EUR zu erstehen - also kein wirklicher Schnäppchenpreis für die namentlich arktische Kühlung. Lieferumfang  | Lieferung erfolgt im gut gesicherten Karton, leider ohne jegliche Anleitung oder Dokumentation. - NorthPole 1000 VGA Heatpipe Kühlblock
- GT-F1 Dual-Lüfter PCI-Karte
- Gehäuseschraube zur GT-F1 Fixierung
- 4 Thumb Screws zur Heatsink-Montage
- 4 Gummi- Isolierringe
- Silikon Wärmeleitpaste
| Merkmale NorthPole Passivkühlblock - Aluminium-Lamellen-Kühlkörper insgesamt 70x160x29mm
- Zentraler Kühlkörper: 65x68x29mm
- Äußere Kühlkörper: 70x30x18mm
- Verbindung durch Dual-Heatpipe (4mm)
- Metallic-blau Eloxierung
- Gewicht: ca. 260g
GT-F1 Dual-Lüfter Karte - Metallic-blau eloxiertes Metallgehäuse: 86x170x18mm (exkl. Slotblech)
- Gewicht: ca. 310g
- Dual 80x80x15mm Lüfter
- Anschluss: 4Pin (45cm) oder 3Pin (40cm)
- keine Drehzahlüberwachung möglich
- Luftdurchsatz: 2x 21,1m³/h
- Umdrehungen: je 1400rpm
- Lautstärke (12V): ca. 15dbA
Kühlkörper im Detail Der GlacialTech NorthPole setzt unkonventioneller Weise auf die Separierung von Kühl- und Belüftungseinheit, sodass der Aufbau bei weitem nicht die Kompaktheit vergleichbarer Konkurrenzprodukte erreichen kann. Basis der optisch sehr ansprechenden Kühlcombo ist ein Passiv-Aluminiumkörper, der die Wärme über zwei querliegende 4mm Heatpipes auf die seitlichen Flügel-Ausläufer übertragen soll. Diese beiden Zusatz Passivelemente sind dabei ca.12mm höhergestellt, um elektronische Bauteile auf dem Grafikboard zu übergehen.  Erste Hoffnungen, man könnte mit diesen seitlichen Kühlblöcken eventuell die BGA-Rams passiv kühlen, zerschlugen sich rasch. Leider lässt GlacialTech die entsprechende Betrachtung der Speicher sogar gänzlich außen vor, sodass man hier zu entsprechenden Produkten anderer Hersteller greifen muss. Wir hätten uns bei diesem Preis die Beilage kleiner, optisch passender, Passiv-Speicherkühlblöcke sehr gewünscht. Leistungsschwachen und niedrig getakteten Einsteigerkarten könnte man mit dem NorthPole denkbarer Weise durchaus komplett lüfterlos entgegnen. Für hitzeintensive Mittelklasse- und Top-Level-Beschleuniger ist die Verwendung der Fan-Card allerdings ein absolutes Muss. Diese ist in ihrer Dimensionierung und Luftstromerzeugung nahezu optimal auf die Kühlzonen des Passiv-Bereiches ausgerichtet, sodass sich wohlgefällige Kühlresultate erahnen lassen.  Sehr gut gefallen hat uns die Beilage von ThumbScrews anstatt herkömmlicher Kreuz-Schrauben, sodass eine Montage ohne jeglichen Werkzeugeinsatz möglich ist. Die rückseitige Isolierung bei der Verschraubung mit der Grafikplatine übernehmen kleine Gummi-Ringe. Sehr robust und stabil mutet die Dual-Fan-Card an. Hier werkeln zwei transparente GlacialTech 80x15mm Lüfter im harmonischen Synchronflug und können wahlweise über den 4 oder 3Pin Anschluss mit Strom gespeist werden. Als etwas heikel erachten wir die Fixierung der gut 300 Gramm schweren Karte lediglich über die einfache Slotblech-Verschraubung. Bei stehendem Gehäuse hängt so das "Kartenhinterteil" etwas herunter - beim energischen Transport könnte sogar die komplette Konstruktion gelöst werden und enorme Schäden anrichten. Sicherer wäre auf jeden Fall eine kontaktlose Einschubmöglichkeit in einen PCI-Steckplatz.  Im entscheidenden Spiel der Lautstärkeentwicklung kann der NorthPole seine Trumpfkarte zücken. Im direkten Vergleich zum vielfach ausgezeichneten Arctic Silencer 3 arbeitet die GlacialTech Dual-Fan Lösung signifikant leiser und in der Charakteristik bei weitem angenehmer. Im 12Volt Betrieb bei etwas über 1300 Umdrehungen lässt sich in 10cm-Abstand lediglich ein seichtes Rotorklicken vernehmen, welches bei einer Entfernung ab einem Meter - im geschlossenen Gehäuse ohnehin - nicht mehr wahrnehmbar ist. Im 5Volt Lauf tritt die sprichwörtliche Mucksmäuschenstille auf. Damit düpiert der NorthPole 1000 lautstärkemäßig den Arctic-Cooling Klassenprimus um Längen und dürfte somit der serienmäßig leiseste ventilierte VGA-Cooler am Markt sein - die Herstellerangaben von 15dbA scheinen erfreulicher Weise also keinem utopischen Hirngespinst zu entstammen. Damit scheint der GlacialTech Spross ideal für all jene zu sein, die den komplett lüfterlosen Einsatz aufgrund ihrer hitzköpfigen Karte scheuen, aber trotzdem nicht auf ein super-silent-System verzichten wollen.
Seiten | 1 | 2
|