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Noctua NH-U9 und NH-U12 im Kühlervergleich
Autor:
Martin Eckardt
Publiziert:
17.01.2006
Kategorie:
CPU Cooler
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Seit unserem letzten Prozessorkühlertest sind zwar schon ein paar Tage verstrichen, doch wirklich nennenswerte Bewegungen gab es in dieser Zeit nicht am Markt. Nach wie vor repräsentiert der Scythe Ninja die derzeitige Spitzenkühlleistung unter den 120-mm-Exemplaren, dicht gefolgt vom Thermalright SI-120 und von den günstigen Derivaten aus dem Hause Thermaltake, Big Typhoon und Sonic Tower. In der kompakteren 92-mm-Klasse buhlen Zalmans CNPS9500, AeroCools GT-1000 und Thermalrights XP-90C nach wie vor um die Top-Platzierungen und um die Gunst der Käuferschaft. 

Es ist also an der Zeit, etwas frischen Wind in die alteingesessene Konkurrenz zu bringen und den asiatischen Kreationen ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen. Dabei kommt die Kampfansage überraschenderweise aus gänzlich unbekanntem, europäischem Lager: Noctua heißt der Quereinsteiger aus Österreich, der mit seinen beiden heatpipebasierenden High-Tower-Sprossen NH-U9 und NH-U12 überzeugen möchte. Wir werden sehen, ob es gelingt.

Vielen Dank an Noctua für die Bereitstellung der Testexemplare. Die Kühler sind derzeit im gut sortierten Fachhandel erhältlich: Der NH-U9 kostet im BBStore beispielsweise 37,99 EUR, der große NH-U12 wird mit 47,99 EUR gelistet. Schnäppchen sind also beide Exemplare nicht, zumal noch die Anschaffungskosten für passende Lüfter hinzu kommen.

Technische Eckpunkte

NH-U9 NH-U12
  • Maße: 128 x 95 x 70 mm (H x B x T)
  • 38 Aluminiumlamellen (3800cm²)
  • 4-fach Kupferheatpipe
  • Kupferbodenplatte
  • Für 92 und 80 mm Lüfter geeignet
  • Gewicht: 570 Gramm
  • Sockel 478, 775, 754, 939, 940
  • Maße: 155 x 124 x 70 mm (H x B x T)
  • 38 Aluminiumlamellen (5000cm²)
  • 4-fach Kupferheatpipe
  • Kupferbodenplatte
  • Für 120 mm Lüfter geeignet
  • Gewicht: 700 Gramm
  • Sockel 478, 775, 754, 939, 940

Geliefert werden die Kühler in einer ansprechend gestalteten und sicheren Kartonage. Neben dem Kühler liegen dort alle benötigten Montagematerialien und eine kleine, auch deutschsprachige Anleitung bei. Letztere ist für unseren Geschmack etwas zu klein geraten, teilweise sind die spärlich genutzten Abbildungen etwas schwer zu erkennen.

Die Kühler im Detail

Beide Kühler basieren auf dem gleichen Grunddesign und unterscheiden sich lediglich in ihren Abmessungen. Charakteristisch für die Noctuas ist dabei die enorm robuste Struktur der Aluminiumlamellen, von denen je 38 Stück mit einem Abstand von - für einen reinen Passivbetrieb geringen - drei Millimetern auf die Heatpipes aufgesteckt und verlötet wurden. Um im Betrieb eine Art Kamineffekt zu erzeugen und den Wärmeaustausch auch zwischen den Luftkammern zu unterstützen, verfügen die Leichtmetalllamellen zusätzlich über kleine Ausstanzungen.

   

Herzstück der Österreichischen Kühlboliden ist der sauber polierte Kupferkühlcore, dessen gefräste Aufnahme die vier U-förmig aufgebogenen 6-mm-Heatpipes trägt. In Referenz zu den Mitbewerbern wurden diese allerdings sehr nahe beieinander parallel nach oben verlaufend ins Kühlerdesign eingebunden, weshalb sie die Wärme eher konzentriert denn gleichmäßig verteilt an den Lamellenkörper abgeben. Die Verarbeitung der in China produzierten Sprösslinge steht der etablierten Konkurrenz unterdessen in nichts nach und kann dem Preis entsprechend als hochwertig und tadellos beschrieben werden.

   

Der passende Lüfter muss vom Käufer separat erworben werden und kann demnach in Leistung und Lautstärke den eigenen Präferenzen entsprechend gewählt werden. Für den NH-U9 eignen sich optimalerweise Modelle mit 92 mm Kantenlänge, wobei die treppenartige Lamellenformierung auch 80-mm-Exemplare akzeptieren würde. Der NH-U12 vergnügt sich derweil mit den großen 120-mm-Ventilatoren. Aufgrund des symmetrischen Kühlerdesign ist neben der einfachen auch eine Doppellüfterbestückung möglich, wobei die Lüfterbefestigung über mittlerweile salonfähige Drahtbügelklemmen bequem realisiert wird. Dabei muss darauf geachtet werden, dass der gewünschte Lüfter über offenliegende Rahmenbohrungen verfügt - günstige Modelle besitzen diese zumeist nicht und können daher ohne Modifizierungen nicht eingesetzt werden.

Montage auf Sockel 775

Die mittlerweile leider übliche Kritik am übermäßigen Montageaufwand von Kühllösungen, die sich nicht nur auf einen Sockeltyp spezialisiert haben, muss sich auch das Noctua-Duo anheften lassen. Die Lieferbox der beiden Schwergewichte beinhaltet eine Vielzahl von Materialien, von denen anhand der Installationsbeschreibung zunächst die benötigten herausgespickt werden müssen. Ein flüchtiger Blick auf die zahlreichen Rückplatten macht dabei schnell klar: Um den Ausbau der Hauptplatine kommt beim Kauf eines Noctua-Kühlers leider niemand herum.

Sowohl der NH-U9 als auch der NH-U12 bedingen die selbe Montierprozedur: Zunächst heißt es das alte, serienmäßige Mainboard-Retentionmodul zu entfernen und über die beigelegten Rückplatten, Schrauben und Bügel ein entsprechend passendes Neues aufzubauen. Eine weiteres Konstrukt aus Metallplättchen und Schräubchen muss zudem am Kühlerboden befestigt werden. Nachdem die CPU-Oberfläche dann fachgemäß mit Wärmeleitpaste versehen wurde, können beide Systeme zusammengefügt werden. Dies geschieht auf den gängigen Plattformen über zwei Federschrauben, die einen gleichmäßigen und satten Anpressdruck erzeugen. 

 

Leider bieten die Noctuas keine Optionen, die Kühlkörperausrichtung am Sockel um 90° zu versetzen, um ihre Arbeitsweise optimal an den Gehäuseluftstrom anzupassen. Lediglich auf dem Sockel 775 ist ein Verdrehen je nach Boardlayout möglich, da sich die vier Montagebohrungen der Hauptplatine an den Eckpunkten einer quadratischen Grundfläche befinden.

 

Größenbedingte Inkompatibilitäten zu Gehäuse und oder Mainboard traten in unserem Fall keine auf, sind allerdings nicht gänzlich auszuschließen. Speziell beim NH-U12 mit seiner stattlichen Bauhöhe von 155 Millimetern bedarf es ausreichend Freiraum zur Gehäuseseitenwand. Aufgrund der verschraubten Montierung ist eine Demontage der Kühler trotz deren prallen Gewichts beim vorsichtigen Transport nicht unbedingt notwendig.

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