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Dänisches VGA-Cooler-Doppel: NorthQ 3850Cu & 3860Alu
Autor:
Martin Eckardt
Publiziert:
06.02.2006
Kategorie:
Sonstige Kühlung
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Mit dem VF-700 Grafikkartenkühler konnte Zalman im vergangenen Jahr einen wahrlich bahnbrechenden Erfolg landen. Kein anderes Produkt des Retail-VGA-Cooler-Marktes war in der Lage, dem Koreaner in Sachen Performance, Qualität und Lautstärke das Wasser zu reichen. Und so verwundert es schon, dass geschlagene 14 Monate ins Land streichen mussten, bis sich ein Mitbewerber dem Zalman-Konzept annimmt und mit einem günstigeren Klon versucht, dem eingesessenen Zubehör-Giganten und Silent-Experten die Show und wichtige Käuferschaft zu stehlen.

Abermals bläst der dänische Hersteller NorthQ zum Angriff, nachdem er Zalman und dessen CNPS 7700 Prozessorkühler bereits im Dezember 2004 mit dem preislich attraktiveren, nahezu gleichwertigen 3312 Giant UFO ordentlich ärgern konnte. Die neuen Boliden der Mitteleuropäer, um die es in letzter Zeit etwas stiller geworden war, möchten nun auch den VF-700 in Bedrängnis bringen. Dazu vertraut NorthQ neben einer reinen Kupfervariante namens NQ3850 auf eine superleichte Vollaluminiumversion mit der Bezeichnung NQ3860. Beide sehen dem zalmännischen Überflieger auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, doch ob auch die inneren Werte stimmen?

Unseren gebührenden Dank richten wir erneut an Peter Godulla von NorthQ, der uns die Testexemplare hat zukommen lassen. Zum Testzeitpunkt sind die VGA-Kühler noch nicht im Handel geführt, wir rechnen allerdings mit einer preislichen Einordnung von unter 20 Euro.

Lieferumfang

In der Blisterverpackung der NorthQ-Grafikchipkühler befinden sich folgende jeweils Utensilien:

  • NQ 3850 oder NQ 3860 VGA-Cooler
  • 8 Mini-Alu-Passivspeicherblöcke
  • Spannungsadapter: 4Pin auf 3Pin (je 2x 12Volt und 5Volt)
  • 3Pin-Mini-Lüftersteuerung (ca. 5 bis 11,5 Volt)
  • Montagematerial inkl. Silikonleitpaste
  • Anleitung in Englisch (Schemazeichnungen)

Kompatibilitäten

Grundsätzlich sind die NorthQ-Boliden analog zu den Zalman-Pendants auf allen Grafikkarten einsetzbar, deren Mounting-Hole-Lochabstand 55 mm (typischerweise ATI) oder 76 bis 78 mm (typischerweise nVidia) beträgt. Darunter fallen alle aktuellen Modelle von ATI ab der Radeon 9xxx-Serie sowie alle Kalifornischen Exemplare ab der Geforce 4. Bauartbedingte Inkompatibilitäten sind trotz häufig verwendeter Referenzdesigns aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Beschleuniger allerdings dennoch nicht gänzlich auszuschließen. NorthQ offeriert hierfür leider keine entsprechend gepflegten Listen - im Zweifelsfall könnte aber ein Blick auf das von Zalman bereitgestellte Inkompatibilitätsverzeichnis helfen, wobei wir aufgrund des im Detail doch leicht abweichenden Kühlerdesigns geringfügig mehr Problemfälle mit den NorthQ-Produkten erwarten, aber dazu später mehr.

Technischer Überblick

  • Maße maximal: 120 x 95 x 25 mm (Breite x Länge x Höhe)
  • Gewicht: 250 Gramm (Cu-Version), 190 Gramm (Aluminium-Version)
  • Lüfter: Eingebetteter 70-mm-Fan, Crystal-Clear, 0,18 A
  • Drehzahlen: Maximal 3200 rpm
  • Kabellänge: ca. 35 mm, 3Pin-Anschluss

Kühler im Detail

   

Beide Kühler, NQ 3850 und NQ3860, unterscheiden sich lediglich in den verwendeten Materialien. Das grundlegende Fächerdesign, bei dem die einzelnen Metallfinnen zentral zusammengepresst und später aufgebogen wurden, ist beiden ebenso eigen, wie die gute Qualität, die allerdings im Finish nicht ganz der Güteklasse eines Zalman-Kühlers entspricht. Dies wird speziell bei den Lamellenkanten deutlich, die beim Überstreifen etwas schärfer anmuten - allerdings im absolut unkritischen Bereich.

   

Beim Lüfter setzt NorthQ im Gegensatz zum 80-mm-Modell des koreanischen Design-Paten nur auf einen rahmenlosen, nicht-LED-beleuchteten 70-mm-Rotor. Durch diese Platzersparnis kann er zentral in den Lamellenverlauf eingebettet werden, woraus sich unserer Meinung ein harmonischeres Erscheinungsbild als beim VF-700 ergibt. Zudem wird dadurch ermöglicht, die Formgebung der insgesamt 56 Lamellen etwas großzügiger zu gestalten und mehr Kühloberfläche zu gewinnen.

Einen absoluten Bock haben die Ingenieure allerdings bei der Nachaußenführung des Lüfterstromkabels geschossen. Während beim Zalman VF-700 über eine nach oben geschlossene Kunststoffführung verhindert wird, dass sich die Einzelstränge leicht verschieben und schlimmstenfalls mit den Rotorblättern kollidieren, kommt bei den NorthQ-Kühlern lediglich eine nach oben hin geöffnete Schiene zum Einsatz. Das Resultat: Bei beiden von uns getesteten Kühlern schleifte der Lüfter im Betrieb an den Kabelsträngen. Ohne Modifikationen an der Kabelführung war uns eine problemlose Verwendung der dänischen VGA-Kühler also nicht möglich. Uns ist unerklärlich, dass dieser signifikante Designfehler bei den herstellerinternen Testläufen nicht erkannt wurde. Nachbesserung ist daher Pflicht!

   

Im Vergleich zum Zalman sind die NorthQ-Kühler zwar etwas kleiner und flacher, setzen allerdings speziell im Außenbereich auf einen vollkommen anderen Lamellenschwung, der geringere Aussparungen für eventuelle, hochbauende elektronische Bauteile oder RAM-Kühler auf der Grafikplatine lässt, was unter Umständen zu mehr Kollisionen als beim VF-700 führen kann.

Bei den Dreingaben erfreuen uns die NorthQ-Boliden derweil mit einer hohen Ausstattungsvielfalt. Für die BGA-Speicher liefert der Hersteller acht kleine, mit einer Klebefolie ausgestattete Aluminiumblöcke mit und beugt damit der Überhitzung der hochgetakteten Texturspeicher aktueller 3D-Beschleuniger vor. Da deren Speicherbestückung zumeist nur noch auf der Platinenvorderseite erfolgt, unterstützt der vom Chiplüfter erzeugte Luftstrom die Wärmeabfuhr auch von den RAM-Kühlern.

Der lärmgeplagte Anwender erhält zudem die Möglichkeit, entweder über einen 4Pin auf 3Pin Adapter, der jeweils in zwei 12-Volt und zwei 5-Volt Ausgängen mündet, oder über eine kleine Drehpotisteuerung im Stile einer Zalman Fanmate, das Geräuschniveau der NQ-Cooler zu variieren.

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