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Scythe: Katana CPU Kühler und Super-Silent-Lüfter
Autor:
Martin Eckardt
Publiziert:
22.10.2005
Kategorie:
CPU Cooler
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Hersteller Scythe, der sich vornehmlich mit leisen Kühlprodukten rund um den PC beschäftigt, hat sich in der jüngsten Vergangenheit schier klammheimlich an die Spitze der Prozessorkühlszene gearbeitet. So brilliert der Ninja, dem bei schwacher Belüftung nur noch der Thermalright SI-120 Paroli bieten kann, die aktuelle 120-mm-Konkurrenz und kann, sofern es die thermischen Bedingungen erlauben, auch komplett lüfterlos oder nur durch die Zirkulation des Gehäuselüfters betrieben werden. Auch für den völlig passiven Betrieb kommt mit dem Scythe NCU, aktuell der NCU-2005, der Klassenprimus aus dem Lager der Japaner. Unheimlich stark sind die Produkte aus der fernöstlichen Edelschmiede zwar, aber für die meisten Anwender deutlich zu teuer und schlichtweg zu groß. Diesem Umstand möchte Scythe nun endlich beikommen und präsentiert mit dem Katana ein superleichtes, kompaktes und preisgünstiges Multitalent für alle gängigen Prozessorplattformen, dem wir heute einmal über die Kühlfinnen geluncht haben.

Doch dem sei noch nicht genug: Neben dem Katana übermittelten uns die Japaner zwei Lüfter ihrer neuen Silent-Linie. Star dieser Ausführung ist zweifelsfrei das neue 120-mm-Lüfter-Derivat, der bereits mit 12-Volt Betriebsspannung mit 800 U/min unter der für Freunde des leisen PCs magischen 1000er Marke bleibt und, sofern ein nebengeräuschsfreier Rotorlauf bescheinigt werden kann, die neue Referenz für Super-Silent-Systeme werden könnte. Daher unser Motto für diesen Doppeltest: "Besser als Papst? Die neue Scythe Lüfterlinie!". Wir werden sehen... .

Der Kantana (etwa 30 Euro) kann genau wie die SuperSilent-Lüfter (7 Euro für das 92-mm- und 9 Euro für das 120-mm-Modell) im BBSStore günstig erworben werden.

Scythe Katana Lieferumfang

In der kompakten Kartonage mit Spezifikationsaufdruck und Scythe-Design befinden sich:
  • Scythe Katana CPU Kühler
  • 92-mm-Lüfter vorinstalliert
  • Installationsanleitung in japanisch / englisch
  • Silikon-Wärmeleitpaste
  • Montagematerial für alle gängigen Sockel

Spezifikationen

  • Hybridkühler im 92-mm-Towerlayout
  • Dual-U-Heatpipe im 20° Winkel zur Bodenplatte
  • 41 Aluminiumlamellen im 2-mm-Abstand, Kupferboden
  • Gesamtgröße: 98 x 103 x 96 mm
  • Gesamtgewicht mit Lüfter: 300 Gramm
  • Kompatibel: Sockel 370, A, 754, 939, 478, 775
  • Online-Installationsanleitung
  • Lüfter: 92 x 92 x 25 mm, Gleitlager
    • Young Lin Tech DFS922512L
    • 2000 U/min @ 12 Volt 
    • Luftdurchsatz 59,7 m³/h
    • Schallpegel: 25 dB(A)
    • 3-Pin Anschluss

Kühler im Detail

   

Hätte er Flügel, könnte er sicher fliegen: Mit gerade einmal 300 Gramm gehört der Katana zu den leichtesten Prozessorkühlern der neueren Generation. Wenig Materialeinsatz, dafür viel Bedacht auf Qualität und optische Stimmigkeit - so scheint das Motto des kompakten Japaners zu sein, dessen Wärmeaufnahme über eine nur zwei Millimeter starke Kupferbodenplatte realisiert wird. Das an den Aufnahmestellen zentral über dem Prozessorcore sauber flach-gedrückte U-Heatpipe-Duo aus 6-mm-Verdampfungsröhrchen verteilt die thermische Energie an insgesamt 41 schwungvoll symmetrisch geformte, aufgesteckte Aluminiumlamellen, deren oberstes Pendant als optisches Finish piekfein glänzend poliert und mit eingeprägtem Scythe-Logo daherkommt. 

   

Die geneigte Position des Kühlkörpers erfüllt ähnlich dem Asetek Vapochill Micro zweierlei Funktionen: Zum einen wird dadurch die natürliche Zirkulation des Verdampfungs-Kondensations-Mediums im Inneren der Heatpipes unterstützt, zum anderen wird der Luftstrom auf die prozessorumgebende, sensible Motherboardelektronik gelenkt und wirkt somit dem allgemeinen Problem überhitzender Spannungswandler bei der Verwendung von herkömmlichen Tower-Kühlern entgegen. Zumindest zum Teil, denn die Zusatzbelüftung kann je nach Ausrichtung nur einseitig wirken.

   

Belüftet wird beim Katana serienmäßig über ein recht drehintensives 92-mm-Exemplar der Firma Young Lin Tech, das über zwei eingehakte Drahtbügel an den Leichtmetalllamellen des Kühlkörpers befestigt wird. Dieser Lüfter ist auch in einer leicht schwächeren, dafür aber leiseren Version als Scythe Silent 92 mm einzeln zu erwerben, dreht aber nur mit 1600 U/min im Vergleich zu den den 2000 Umrundungen beim Katana-Modell. Vielleicht wäre diese Ausstattung im Hinblick auf einen möglichst geräuscharmen Betrieb die bessere Wahl.

Montage und wichtige Hinweise

Die Montage des Katana ist zwar auf alle gängigen Sockeltypen ausgelegt, erfordert aber im Vorfeld gemäß der mitgelieferten, auch online einsehbaren englisch-japanischen, mit Schemazeichnungen ausgestatteten Anleitung etwas Bastelaufwand. Angesichts der großen Menge mitgelieferten Montagematerials und der nur schwer verständlichen Anleitung werden wohl viele ungeduldige, weniger versierte Katana-Kunden zunächst ins Schwitzen geraten, nach einer kurzen Phase der Besinnung aber zu den richtigen Bauteilen für ihren Sockel greifen. 

   

Nachdem der Kühlerboden, sofern erforderlich, mit den entsprechenden Adapterplatten versehen wurde, kann er im Falle der 478er oder 462er Plattform bereits auf die CPU gesetzt werden. Besitzer von 775-LGA-Mainboards müssen zunächst unter Ausbau der Hauptplatine die mitgelieferte Ösenhalterung montieren. Auch AMD K8-Mannen müssen die Hauptplatine ausbauen und das vorhandene Retention-Modul demontieren, da hier auf die beiden Bohrlöcher per Direktverschraubung zurück gegriffen wird.

In unserem Fall des 775er Intel-Aufbaus wird der Kühler, wie vom NCU-2000 bekannt, über zwei Querverstrebungen durch das abwechselnde Eindrehen zweier zentraler Schrauben fixiert. Versenkt man die Schrauben dabei bis zum Anschlag, erhält man durch die Spannung der Querbügel in den Ösen einen gnadenlos satten Anpressdruck zwischen CPU-Oberfläche und Kühlerboden, der einen nahezu optimalen Wärmeübergang gewährleistet - zumindest auf Intel-Plattformen. Bei der AMD-Montiervariante scheint die durch die Mounting-Hole-Verschraubung erzeugte Kraft deutlich geringer zu sein, woraus sich unter Umständen schwächere Kühlresultate ergeben könnten. 

Aufgrund der geringen Platzverhältnisse und der verdeckenden Schrägstellung des Kühlkörpers empfiehlt sich die komplette, sehr fummelige Anbringung des Boliden bei ausgebauter Hardware. Die gewünschte Ausrichtung auf dem Sockel stellt Scythe dabei frei und gewährt Anpassbarkeit in alle vier Richtungen an die im Gehäuse vorhandene Luftzirkulation. Lediglich nach unten schauend, also zur Grafikkarte blasend, sollte der Katana nicht montiert werden.

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