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Thermaltake BigWater
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Während Thermaltake in der Volcano-Ära ein Garant für Hochleistungskühler war, verfolgen die Taiwanesen heute sehr deutlich den Zug des Kaufmodders: UFO-förmige LED-Lüfter und sogar Zigarettenanzünder samt Aschenbecher für den 5,25"-Schacht gehören zu den neueren Posten im Tt-Portfolio. Der letzte große Wurf gelang bekanntermaßen mit dem externen Wasserkühlungs-Komplettsystem Aquarius III", welche Tweakers4u noch vor Verkaufsstart als erste Redaktion testen durfte. Und auch diesmal soll es wieder ein mit Wasser betriebenes Kühlsystem sein, welches die Aufmerksamkeit von den aktuellen Eyecatcher, wie dem Aerocool HT-101 oder der B-Revision des Zalman CNPS7000, abziehen und für sich gewinnen soll. 
Wie schon die Aquarius II ist die BigWater ein internes Komplettsystem wohl, um nicht mit der leistungsmäßig immer noch aktuellen Aquarius III in Konkurrenz zu treten (dafür sorgen bereits die Pendants von Corsair, Levicom, Titan und CoolerMaster). Ob sich die Investition oder gar der Umstieg lohnt, werden wir schon bald wissen...
Lieferumfang
In dem Thermaltake-typisch rot-schwarzen Karton befinden sich
- Vollaluminium-Single-Radiator samt 120 mm-Lüfter
- Kupfer-Kanalkühler
- 12 Volt-Gleichstrompumpe
- Installations- und Betriebszubehör (dazu später mehr)
Die Verpackung in Kunststoffschaum ist löblich und erspart dem Käufer jeglichen Ärger durch Transportschäden. Anders als etwa bei der Aquarius II wurden hier sogar relativ detailreiche, technische Spezifikationen auf der Verpackung angebracht. Der Radiator
Dem vollkommen neu konstruierten Single-Radiator verdankt die Wasserkühlung wohl ihr Big" in der Namensgebung: Zum ersten Mal kommt bei Thermaltake ein für einen 120mm-Lüfter ausgelegter Wärmetauscher zum Einsatz (beide Aquarius-Modelle waren mit einem 80mm-System ausgestattet). Dennoch gehört die Blackbox mit den Abmessungen von 165x120x35 mm³ zu den Kleinsten seiner Art wohl ein Tribut an die einfache Montagemöglichkeit ohne manuelle Arbeiten am Gehäuse (Zum Vergleich: Der R-FIN Single-Radiator aus dem österreichischen Hause Zern besitzt die Abmessungen 145x130x60 mm³). Diese Ummantelung ist ebenfalls aus Aluminium und besitzt eine saubere, schwarze Lackierung ebenso wie die verwendeten Schrauben. Nimmt man es sehr genau, so könnte man die zu den Seiten hin um einige Millimeter zu große Rückwand bemängeln, die nicht mit den anderen Seiten abschließt und so eine störende Kante darstellt. Auf der oberen Seite befindet sich eine Art Öse, laut Bedienungsanleitung zum Zweck, den Radiator an einer (!) Schraube hängend zu befestigen. Mit fünf Schrauben lässt sich die Rückseite der Radiatorummantelung entfernen und gibt so den Blick auf das Innere frei: Ein wirklich doch wieder erschreckend kleiner (vor allem Flacher) Wärmetauscher aus Aluminium, welcher von zehn Alurohren (Gesamtlänge ca. 1,4 Meter) durchzogen ist. Die rechtwinklig angeordneten Alu-Finnen sind im Grunde genommen sauber vearbeitet und mit den Rohren verlötet, sind aber auch sehr druckempfindlich und verbiegen sich so leicht. Zur Entkopplung bzw. Schwingungsdämpfung befinden sich beiderseits des Radiators an der Box Moosgummipads.   
Mit zwei weiteren Schrauben ließe sich der Wärmetausche vollständig herausnehmen, jedoch müssten man zusätzlich die Schlauchkupplungen entfernen, was ein Erneuern der Dichtungen nötig machen würde. Wir empfehlen, dies sein zu lassen. Womit wir aber schon beim Thema wären: Bisher verwendete Thermaltake zwar durchaus funktionsfähige, aber doch nicht mehr ganz aktuelle Überstülp-Anschlüsse mit Dichtungsklammern. In der BigWater kommen standardisierte Schraubverschlüsse zum Einsatz. Der Tt-typisch orange 120mm-Lüfter mit einer Bauhöhe von 25mm macht wie immer einen potenten Eindruck. Die Herstellerspezifikationen lauten: 1300-2800 U/min, 38,6-93.7 CFM (entspricht 64,8-157,4 m³/h). Damit liegt der Lüfter noch weit vor den Titan Aluframe-Modellen und wird wohl nur noch von den Delta-Pendants überholt. Die Angabe des Schalldrucks hat Thermaltake vermutlich aus gutem Grund ausgelassen. Um Verletzungen zu vermeiden, ist ein verchromtes Standard-Lüftergitter mit schön anzusehendem, zentralen Tt-Logo verbaut. Das Stromkabel ist mit 65 cm ausreichend dimensioniert, ist durchgeschliffen und mit einem zusätzlichen 3 Pin-Molex zur Drehzahlauslesung am Mainboard ausgestattet. Ungeschickterweise ist der Kabelstrang mit einem 10 cm zu kurzem und weißem Geflechtschlauch umwickelt. Hier hätten die Taiwanesen mal nicht nicht so knauserig sein sollen und in eine ausreichend dimensionierte, schwarze und mit Schrumpfschläuchen abgeschlossene Ummantelung investieren sollen. Der Kühlkörper
Einen ganz gehörigen Schritt nach vorne hat Thermaltake mit dem neuen Kühlkörper gemacht. Die Vollkupfer-Bodenplatte ist nicht mehr legiert, sondern leitet die Wärme nun ohne metallische Übergänge weiter. Leider ist die Polierung nicht derart gelungen wie z.B. bei dem Kühlkörper des MCX-159. Der Schliff scheint hier nicht gleichmäßig erfolgt zu sein, sondern teilweise radial und teilweise linear. Obwohl wir dies schon bei der Aquarius-Baureihe bemängelt haben, scheinen die Taiwanesen nicht darauf eingehen zu wollen. Daher empfehlen wir auch den Einsatz eines möglich feinkörnigen Wärmeleitmittels, wie z.B. der Arctic Silver V. 
Da zum ersten Mal der Kühler mit einer transparenten Acrylscheibe abgeschlossen wird, kann man Wasserkanal mit seinen 4 Windungen genau erkennen (in Zusammenhang mit farbigen Kühlwasser im eingebauten Zustand sicherlich ein schöner Effekt). Der Kanal ist sauber verarbeitet, bietet aber nicht die große Oberfläche, welche die Top-Kühler anderer Hersteller erreichen. Die obere Acrylscheibe, die ebenfalls mit zwei Standard-Schraubverschlüssen versehen ist, wird über vier Kreuzschlitzschrauben mit der Bodenplatte verschraubt, nachdem man den Kanalraum mit einem schwarzen Gummidichtring wasserundurchlässig umschlossen hat. Vorsicht: Dreht man die Schrauben zu fest an, so neigt Acryl sehr leicht zum Reißen so geschehen bei unserem Testmuster, welches offensichtlich vorher schon in Betrieb war. Der Wasserkühlungseinsteiger sollte also besser davon absehen, den Kühler auseinanderzuschrauben. In eine Ecke des mal wieder Xaser-typisch geschnittenen Kühlerdeckels ist eine blaue LED eingelassen, welche mit einem Vorwiderstand direkt an einen 3-Pin-Molex angeschlossen ist. Die Schrumschläuche an den Füßen der LED hätten ruhig noch einen halben Centimeter länger sein können bei unserem Muster liegt ein Teil des Kabels frei. Alles in Allem ist der Kühlkörper ein ganz typischer Kanalkühler mit bauartbedingten Schwächen, die sich beim normalen Anwender, der die Wasserkühlung einbaut und nicht weiter daran bastelt", nicht bemerkbar machen sollten. Mit 453 Gramm ist er nochmal ein paar Gramm schwerer als sein Vorgänger, wird auf Sockel-A-Platinen aber weiterhin über nur eine Klammer gehalten. Die Pumpe
Erfreulicherweise hat Thermaltake wieder auf die 12Volt-Technik gesetzt und legt der BigWater wieder eine Pumpe mit 3-Pin-Molex Stromanschluss bei. Von den Abmessungen (100x50x86 mm³) ist sie identisch mit der Aquarius II-Pumpe, hat aber das Kraftwerk der Aquarius III inne. Der ziemlich stabil wirkende Kunststoff besitzt einen etwas dunkleren Farbton als seine Vorgänger: Eher ein dunkles Grau mit leichtem blau Ton. Abermals hat Thermaltake eine blaue LED fest eingebaut, welche Casemodder eben dann stören könnten, wenn sie nicht zur Farbwahl im Rest des Gehäuses passt (das Selbe gilt übrigens für die LED im Kühlkörper). 
Insgesamt fehlt der Pumpe etwas an Spielraum: Die deutliche LOW"-Markierung befindet sich schon sehr weit unten nahe des Pumpenansaugstutzens, mehr als 2 cm mehr sollte man aber auch nicht auffüllen, denn seit der Aquarius III dient die Pumpe ebenfalls als Ausgleichsbehälter. Die Drehverschlüsse sind leider nicht fest in die Pumpe eingedreht, sondern auf einem 2 cm langen Schlauchstück installiert, welche über die Klemmtechnik an der Pumpe hängen. Da hätte Thermaltake wirklich etwas Geld in die Neuentwicklung einer Pumpe investieren können. 
Zwei zusätzliche Pfropfen für den Anschluss eines Ausgleichsbehälters sind angebracht, ab Werk allerdings mit Gummidichtungen versehen, sodass hier beim Betrieb ohne AGB keine Luft angesaugt wird, was zu einer störenden Geräuschkulisse führen würde. Die angeschraubte Metallplatte dient der Installation an der Gehäuserückseite. Sollte man die Pumpe lieber am Gehäuseboden anbringen wollten, sollte man die zwei mitgelieferten Moosgummipads zur Entkopplung verwenden. Möchte man dann noch die Metallplatte vom Pumpengehäuse entfernen, sollte man danach unbedingt die vier Schrauben wieder eindrehen, um keine Luft ins Innere gelangen zu lassen. Das Zubehör 
Zunächst einmal ein alter Bekannter: Der ziemlich billig wirkende Plastikquader, welcher in der Aquarius II noch als Ausgleichsbehälter diente, in der Aquarius III aber nur mehr zum Nachfüllen des Kühlwassers gedacht war, ist auch diesmal wieder mit an Bord. Auch wenn die grundlegende Funktionalität als AGB noch gegeben ist, raten wir von der Verwendung als solchen ab achten Sie lieber darauf, die Pumpe nicht bis zum oberen Rand zu füllen oder investieren Sie in einen soliden AGB der Konkurrenz. Thermaltake legt der BigWater zwei Schläuche mit einer Länge von jeweils 1,5 Meter bei. Das sollte für jeden noch so großen Tower reichen, schließlich hat man die BigWater werksseitig wohl im Xaser (einem Chieftech- bzw. später Casetek-Derivat) getestet. Die Schäuche haben Standardmaße von 8x6 (8mm Außendurchmesser, 1mm Wandstärke) und sind anders als bei der Aquarius aus dem etwas unflexibleren Kunststoff Poly-Urethan (PUR). Eben deshalb muss man bei der Verlegung der Schläuche Acht geben, um Knicke zu vermeiden; gegebenenfalls sollte man sich Winkelstücke, wie man sie in jedem WaKü-Shop oder Pneumatik-Fachladen erhält, anschaffen. Einen guten halben Liter an Kühlflüssigkeit legen die Taiwanesen dem Set ebenfalls bei. Dabei handelt es sich wohlgemerkt nicht um Wasserzusatz, sondern die bereits fertige Mischung mit destilliertem Wasser. Das ist deutlich zu wenig! Der Hersteller hätte besser einen halben Liter Konzentrat beilegen können und das Mischen im richtigen Verhältnis dem Käufer anvertrauen können. Passenderweise besitzt die Flüssigkeit die selbe gelbgrüne Farbe wie die Schäuche und ist vermutlich UV-reaktiv (um den vollen Genuss des Effektes zu kommen, muss natürlich eine UV-Quelle im Gehäuse angebracht sein).   
Ebenfalls dabei ist eine kleine Steuerung für den Radiatorlüfter, welche in einem freien Slot auf der Rückseite des Gehäuses angebracht werden kann. Die Blende ist mit einer goldenen Legierung überzogen und trägt das Tt-Logo. Der Drehregler des Potentiometers ist etwas schwergängig zu bedienen, allerdings ist dies wohl eher ein Einzelfall: Die identische Lüftersteuerung ist auch dem Volcano 12 beigelegt und funktioniert hier bedeutend geschmeidiger. In drei sehr löblich mit A, B und C beschrifteten Plastikbeuteln befindet sich der letzte Rest des Montagezubehörs. In erster Linie sind dies Schrauben, Muttern und Teflonunterlegscheiben.  
Im dritten Beutel befinden sich die Backplates für die verschraubte Montage, eine simple 3-Nasen-Halterung für den Sockel-A, die Klett-Pads für die Anbringung der Pumpe auf dem Gehäuseboden, eine recht hübsche PCI-Blende mit Schläuchdurchlässen (falls man aufgrund von Platzmangel den Radiator auf der Außenseite des Gehäuses montiert) sowie das obligatorische Tütchen Silmore-Wärmeleitpaste. Die Klett-Pads sind zwar sehr einfach anzubringen, doch die entkoppelnde Wirkung wird wohl eher schmal sein. Eine Verbindung von Moosgummipads mit Magneten wäre wohl leiser und auch eleganter als diese Turnschuhlösung". Im Übrigen entfernen sich viele Hersteller langsam aber sicher von der recht minderwertigen Silmore. Wollte Thermaltake seinen Ruf als Produzent von High-End-Kühllösungen beibehalten, so sollte man vielleicht auch langsam dazu übergehen, hochwertigere Aluminium- oder Silberbasierte Wärmeleitmittel beizulegen.
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