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Thermaltake Circle Fire
Autor:
Martin Eckardt
Publiziert:
25.10.2004
Kategorie:
Gehäuse und Zubehör
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Ein herkömmlicher Desktop Computer besteht aus vielen essentiellen Einzelteilen wie Prozessor, Mainboard oder Grafikkarte, die über seine Funktion und Leistungsfähigkeit entscheiden. Dann gibt es noch so genannte Zubehörteile, die zwar nicht unbedingt für das PC-Leben notwendig sind, einem aber doch, sei es aus optischen, belustigenden oder schlicht erleichternden Gründen, die Arbeit im Gefüge PC-Mensch versüßen und den individuellen Charakter des Rechners definieren - schließlich heißt der ja auch personal Computer... . Nicht immer gelingt es dabei, den Sinn so mancher Zubehör-Parts gleich auf den ersten Blick zu entschlüsseln, derart einfallsreich und ausgefallen gehen die Hersteller solcher Produkte zuwerke. Bei Bastlern und Liebhabern lassen sich so einige Ausrutscher des guten Geschmacks oftmals noch durch den ideellen Wert gerade so entschuldigen, was allerdings den finanziellen Erwerb so mancher "must-have" Artikel angeht, lässt sich zeitweise nicht mehr mit rationellem Verstand erfassen.

Um Himmels Willen: Nicht selten entspringen gerade den absurdesten Einfällen die bahnbrechendsten Erfindungen und die besten Kassenschlager, bedingt durch den Druck des Marktes und dessen Konkurrenz im angesprochenen Segment scheint allerdings die grenzenlose Kreativität so manches Herstellers auszuufern und fragwürdige Produkte ans Tageslicht zu fördern, an deren Gebrauch zuvor noch nie eine Menschenseele einen Gedanken verschwendet hat.

Ein Accessoire, dessen objektiver Zweck sich bei der schlichten Betrachtung kaum eröffnet, das aber im Grunde genommen doch ganz nett ist, wollen wir heute vorstellen: Thermaltakes Circle Fire - ein LAN Party Stereo-Lautsprecher mit analoger Ausgabelautstärkemessung und wählbarer Sieben-Farb-LED-Hinterlegung - toll!

Vielen Dank an Thermaltake für die freundliche Testlieferung.

Lieferumfang

  • CircleFire 5,25" Multi-Media Einheit
  • Audiokabel ( 1,5m )
  • Signalkabel ( 0,5m )
  • Slotblende mit Durchführungsöffnungen
  • Befestigungsschrauben
  • Benutzeranleitung (englisch, sehr ausführlich illustriert)

Technische Merkmale

  • Abmessungen: 149 x 42 x 123mm
  • Gewicht: ca. 310g
  • zwei Analoge Geräusch-Displays ( -20 to +3dbA )
  • 7 Farb-Wahl-Hinterlegung sowie Wechselmodus
  • Lautstärkekontrolle ( leise, mittel, laut )
  • Stereo-Speaker (2Watt RMS) max. 75dbA
  • Frequenz: 310+/- 62kHz

Aufbau und Funktionen

Die Möglichkeiten, die die CircleFire für seinen Käufer bereit hält, bleiben doch sehr überschaubar. Das Panel ist maßgeblich für den mobilen Einsatz konzipiert und soll dementsprechend kurzfristig die PC-Lautsprecher ersetzen. Dafür greift man das Audio-Signal vom Line-Out der Soundkarte sowie optional auch das Ton-Signal eines optischen Laufwerks ab und führt beide in die CircleFire ein, über deren zentralen 2Watt Stereo-Speaker die Tonwidergabe erfolgt. Zwei analoge VU-Meter stellen dabei spielerisch die rechte bzw. linke Kanallautstärke dar. Ein Anschluss eines "echten" Sound-Systems zusätzlich ist nicht möglich.

Die Optik des Frontpanels wird namensgetreu im Flammen-Style gehalten, erinnert in der Formgebung aber auch an die in jüngster Vergangenheit von Thermaltake gefahrene Car-Instrument Orientierung. Ganz außen sind je LED Lautstärkebalken angebracht, welche das Volumen der anliegenden Audio-Daten von rot über gelb nach grün visualisieren. Daneben befinden sich Rundanzeigen, die die Audio-Lautstärke des jeweiligen Kanals veranschaulichen und deren Dual-LED-Beleuchtung je nach Geschmack ausgewählt werden können. Wichtig: Anders als die kürzlich getestete AeroCool GateWatch verfügt die CircleFire über kein integriertes Mikro um die Umgebungsgeräusche zu erfassen, sondern kann nur die vom Audiosignal einkommenden Sounddaten verarbeiten. Die eigentlichen Bedienelemente sind recht klein gefasst, werden allerdings auch nur sehr selten gebraucht. Über den Volume-Button lässt sich die Lautstärke des Stereo-Speakers in den drei Phasen leise, mittel und laut stufenweise regulieren. Der Color-Button gewährt die Auswahl der VU-Meter Beleuchtung in den sieben permanenten Farben: rot, blau, grün, gelb, hellblau, lila sowie weiß und bietet zusätzlich den Durchlaufmodus, in welchem alle Farben in der beschriebenen Reihenfolge für ca. 2 Sekunden nacheinander aufgerufen werden. Zentral bleibt dann noch der 2Watt Stereo-Lautsprecher, der das eigentlich Sinnvolle des Produkts darstellen soll.

   

Zwar kann die CircleFire mit recht guter Verarbeitung, hoher Robustheit und Stoßfestigkeit aufwarten, allerdings ist die schwarze Lackierung des Leichtmetallkorpus recht fettfingeranfällig. Auch blockieren die Ausmaße der recht platzintensiven Elektronik fast einen gesamten 5,25Zoll Schacht in der Tiefe, sodass dieser nicht weiter - etwa durch eine dahinter installierte HDD - genutzt werden kann.

CircleFire in Aktion

Wie bereits angesprochen stellt die CircleFire eine Art Ersatzlautsprecher für den Einsatz beispielsweise auf LAN-Partys dar, wenn man sein gutes Sound-System nicht mitnehmen möchte. Leider ist es aber im heimischen Betrieb nicht möglich, das TT Produkt etwa parallel zum Sound-System zu verwenden, um vielleicht lediglich die verspielte VU-Meter-Funktion der CircleFire aus optischen Gründen zu nutzen, da das Soundsignal nicht etwa wie bei der kürzlich getesteten GateWatch nur durchgeschleift wird, sondern in der TT-Box endet. Unglücklicherweise ist auch die Klangqualität des kleinen 2Watt Lautsprechers auf die Dauer kein Ohrenschmaus und erinnert stark an einen Regenguss unter einem Wellblechdach. Auch dem im Allgemeinen eher nervenraubenden Kreischen eines Kleinkindes wird man nach längerer Verwendung der CircleFire als "Boxensystem" die ein oder andere positiv beruhigende Wirkung abgewinnen können. Als Langzeitlösung ist der Lautsprecher mit seiner mageren Klangeigenschaft also definitiv nicht geeignet! Abschalten lässt der Ton über die gegebenen Bedienelemente ebenfalls nicht.

Dabei lässt sich der visuelle Effekt der tanzenden Instrumentnadeln im Betrieb doch ganz nett anschauen. Um euch diesen in Kombination mit dem Beleuchtungswechsel näher zu bringen, haben wir ein kleines Video-File für euch hinterlegt. Klick: divX - CircleFire in Aktion [700kb].

Fazit

Schade, vielmehr gibt es eigentlich nicht zur CircleFire zu sagen. Und somit bleibt die eingangs aufgerufene Sinnfrage bei diesem Produkt auch weiterhin unbeantwortet. Thermaltake bewirbt die CircleFire als ein professionelles Multi-Media-Kit und trifft damit nicht ganz unsere Beschreibung. Denn das einzig wirklich Positive und Verwendbare stellt die subjektiv optische Aufwertung durch gelungene farbliche Hinterlegung und Wackelnadeln dar. Ein effektiver Nutzen ist weder der dbA Anzeige, noch dem mickrigen, völlig unterdimensionierten 2W Speaker abzugewinnen, sodass wir einen Kauf dieses Produkts als nicht empfehlenswert einstufen.

Lediglich für permanenten Outdoor-Einsatz auf LAN-Partys mag sich mit Abstrichen ein winziger Gebrauchswert erahnen, allerdings währen dafür noch Mikrophon- sowie Kopfhöreranschlüsse und der Gleichen direkt am Frontpanel ratsam, schließlich geht selbst dem genügsamsten Nachbarn auf einer engen LAN irgendwann der kratzig hohle Sound des Mini-Speakers auf den Keks. Da rettet auch der nette Eye-Catching Effekt nur wenig... .

Unterm Strich zeigt uns Thermaltake eine für den Hausgebrauch kaum verwendbare Errungenschaft, deren Erfolg sich wohl aufgrund des geringen Funktionsumfangs im überschaubaren Rahmen bewegen wird.


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