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Thermaltake Golden Orb II
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Einst waren es die Orb-Kühler-Serien für Prozessor und Grafikchip, die dem taiwanesischen Hersteller Thermaltake zu Ruhm und Ehre verhalfen. Höllisch laut, ineffizient und nicht wirklich gut verarbeitet - nichts desto trotz fanden die schick lackierten Rundlamellenkühler ihre extrem gesinnte Käuferschaft. Heutzutage haben natürlich wesentlich ausgefuchstere Entwicklungen a la BigTyphoon oder Sonic-Tower Einzug im thermaltakischen Portfolio gehalten, die in Leistung und Lautstärke den übergreifenden Anforderungen teilweise ausgesprochen vortrefflich beikommen. Dennoch erinnert man sich scheinbar gerne an die alten Zeiten zurück und möchte nun mit dem Golden Orb II eben jenen TT-Erfolgspionieren gedenken. Ob man sich allerdings mit dieser, an aktuelle Bedürfnisse angepassten, Auferstehung des Orb-Designs wirklich einen Gefallen getan hat, oder ob sich der Kühler bestenfalls als Vitrinenfüller für Freunde und Sammler der ostasiatischen Kühlkunst eignet, soll der Kurztest auf der Sockel 775-Plattform offenlegen.  Der Golden Orb II wurde uns direkt aus Taiwan übermittelt - vielen Dank dafür an Thermaltake. Wann und zu welchen Konditionen sich der Kühler in deutschen Händlerregalen einnisten wird, war zum Testzeitpunkt noch nicht klar. Wir rechnen allerdings mit einer angenehmen Preisgestaltung im Bereich von 30 Euro. Lieferumfang Immer wieder verflucht, aber immer wieder genutzt kommt auch der Golden Orb II im ungeliebten Bilster-Verpackungs-Kleid daher. Folgender Inhalt erfreut den Käufer:  | - TT Golden Orb II Kühler
- Anleitung in englischer Sprache inkl. Illustrationen
- Montagematerial für Sockel 775 und 939
- Silikon-Wärmeleitpaste (zwei bis vier Anwendungen)
| Technische Eckpunkte - Rundlamellen-Design im 100-mm-Format
- Gesamtmaße: 120 mm Durchmesser, 63 mm Höhe
- Kupferboden und -Kern, Aluminiumlamellen (66)
- Gesamtgewicht: 750 Gramm
- Lüfter: 100 x 100 x 24 mm
- Max. 1600 rpm, 17 dB(A), 60 m³/h
- Kompatibilität: AMD Sockel 939/940/754; Intel Sockel 775
- Anschluss: 3 Pin
- Produkthomepage
Kühler im Blick Natürlich kann auch der Golden Orb II seine grundlegenden Ähnlichkeiten mit den Zalman CNPS-Pendants nicht verbergen - zumindest augenblicklich, denn bei genauerer Betrachtung offenbaren sich gravierende Differenzen zwischen den Radial-Probanden. So besitzt der TT-Spross mit 66 Aluminiumlamellen deutlich weniger Kühleinheiten, die zudem vergleichsweise dick gehalten wurden, grundsätzlich gerade verlaufen und im Auslauf etwas dem Luftstrom entgegenstehen. Die großen Freiräume zwischen den Finnen lassen zudem sehr gute Zusatzkühlung von Northbridge und Spannungswandlern erhoffen.  Unter dem aufgeschraubten, rahmenlosen Lüfter sitzt ein massiver Kupferkelch, der die Leichtmetall-Lamellen trägt und im Finish mit der großzügig bemessenen und sauber geglätteten Bodenplatte abschließt. Anders als beim koreanischen Design findet sich also hier der obligatorische Materialübergang beim Hybridkühler wieder. Die Verarbeitungsqualität des Orbs befindet sich auf ausgesprochen hohem, geradezu Thermaltake untypisch lobenswertem Niveau. Entgratete, absolut sauber geschnittene Lamellenkanten, die zwar die natürliche Alu-Stumpfheit noch immer vorzuweisen haben, qualitativ aber kaum zu bemängeln sind, prägen das überaus stilvolle Erscheinungsbild des Nostalgie-Coolers.  An diesem trägt natürlich auch der integrierte 100-mm-Lüfter mit großen Anteil, der sich harmonisch ins Gesamtbild des Orbs einfügt. Das exotische Format kann dabei dieses Mal nicht beanstandet werden: Schließlich würde sich ein potentieller Lüftertausch ohnehin nur größerem Bastelaufwand realisieren lassen. Dafür peppen die drei eingelassenen, blauen Leuchtdioden den Golden Orb - Betrieb deutlich auf. Montage auf Sockel 775 Leider fühlt sich der goldene Rundling nur noch auf den aktuellsten AMD und Intel Plattformen häuslich. Wer seinen guten alten Athlon XP oder etwa seinen geliebten Sockel 478 P4 "orben" möchte, wird enttäuscht. Eigentlich erwartet man ob einer derart geringen und dennoch als universal angepriesenen Montage eine übergreifend einfachen und blitzschnell zu vollziehenden Akt auf den Sockel 775 und 939 / 940 / 754, doch dies ist nicht wirklich der Fall.  Beide Einsatzorte erfordern zunächst den Ausbau der Hauptplatine - beim K8-System muss zudem das Serien-Retention-Modul entfernt werden. Nun werden anhand der beiliegenden Instruktionen und Montagematerialien Kühler und Platine miteinander verschraubt. Zur AMD-Installation wird eine neue Backplate mitgeliefert, beim LGA Sockel 775 muss eine 4-Loch Vorrichtung für die 2-Punkt Verschraubung präpariert werden. Ist dies geschehen, sitzt der goldene Spross vorbildlich und angesichts der spezifikationsfernen 750 Gramm Kampfgewicht auch entsprechend sicher auf dem teuren Silizium. Allerdings gilt die Schelte nicht vollkommen der taiwanesischen Entwicklung. Die lediglich mit den vier Monting-Holes ausgestatteten Sockel LGA 775 Hauptplatinen gewähren den Kühlerherstellern kaum eine andere Chance außer der Direktverschraubung - schade, nachdem Intel mit dem Sockel 478 Rentention-Modul eigentlich einen vorbildlichen Grundstein zur einfachen und benutzerfreundlichen Kühlerinstallation ohne gefährlichen und zeitaufwendigen Mainboardausbau gelegt hatte und auch die AMD-Modul-Lösung aktuell als sehr brauchbar beschrieben werden kann. Ein einheitliches Modul für alle aktuellen Sockel wäre ein Wunschszenario an Kundenfreundlichkeit, das angesichts der wachsenden Rivalität allerdings kaum durchzusetzen ist. Wie auch immer, vergleichen mit dem Thermaltake BigTyphoon wartet der Golden Orb II mit einer geradezu himmlischen Montierleichtigkeit auf, und das ist doch auch etwas Positives ;-)
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