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Thermaltake Rhythm HTPC-Wasserkühlung
Autor:
Chris Bettinger
Publiziert:
19.01.2006
Kategorie:
Wasserkühlung
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HTPC - Home Theater Personal Computer - steht für jene neumodische Entwicklung, vollwertige und gar bestens ausgestattete Rechenknechte vom Format eines Pentium M in die heimische Wohnzimmerlandschaft zu integrieren. Dies ersetzt nicht nur den DVD-Player, sondern kann auch als DVB-Tuner und -Rekorder agieren sowie als Client für das drahtlos verfügbare Medienarchiv dienen.
Der "Womens Acceptance Factor" - ein weiteres Modewort - spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle, zumindest abseits der nicht selten "geschmacksneutralen" Kinderzimmer: Der etwas feinfühligere Teil der Schöpfung wehrt sich vehement gegen große, womöglich auch noch lärmende Blechkästen im stilvoll eingerichteten Wohnzimmer. Was wohl auch gut so ist.
Branchen-Riese Thermaltake - bekannt für seine Innovationslust - erkennt gleich beide Trends und veröffentlicht den HiFi-Rack-tauglichen Rhythm. Ein Gehäuse? Nein. Eine Wasserkühlung.



Wer Gefallen an dem Wasserkühlungsset findet und es neben oder auf seinen Wohnzimmer-PC stellen möchte, kann die Rhythm für stolze € 179,90 bei CaseKing.de bestellen.


Lieferumfang


 
 
  • Rhythm-Haupteinheit samt Schlauch
  • CPU-Kupferkühlkörper samt Schlauch
  • 2 x Gummischläuche (a 100 cm) mit Anschlüssen
  • PCI-Schlauchdurchführung mit Stromanschluss
  • 4 x Schlauchkupplungen
  • 8 x Schlauchklemmen (6,4 mm)
  • 10 x Schlauchklemmen (4,7 mm)
  • Montageclips für LGA-775, P4, K7 und K8
  • Schraubenset
  • 500 ml Kühlflüssigkeit
  • Englische Benutzeranleitung

Der Alu-Koloss ist Thermaltake-typisch ohne Spielraum in sehr stabiles Schaummaterial verpackt; selbst den Fedex-Import aus Taiwan überstand unser Testmuster souverän. Alles andere wäre bei einer solchen Investition auch nicht tolerierbar.
Die leider nur englischsprachige Anleitung ist wie immer mustergültig - farbig - bebildert und nimmt den Anwender dank "Installationsflussdiagrammen" und nach Plattform separierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen idiotensicher an die Hand. Über auffällig in Szene gesetzte Hersteller-Schriftzüge der verwendeten Mainboards und kleinere Tippfehler sehen wir wohlwollend hinweg.


Technische Eckdaten
  • Thermaltake Rhythm Haupteinheit
    • Material: Aluminium (Gehäuse & Kühlfinnen), Kupfer (Radiator)
    • Abmessungen: 430 x 271 x 75,7 cmm
    • Belüftung: 2 x 120 mm; 1400 U/min
  • Kühlkörper
    • Material: Vollkupfer
    • Abmessungen: 60 x 60 x 18 cmm
  • Pumpe
    • Abmessungen: 66 x 1,5 x 36 cmm
    • Förderleistung: 85 l/h
    • Lebenserwartung: 50.000 h
    • Gewicht: 170 g
  • Features:
    • Aktiver Dual-Radiator
    • HiFi-Rack-Optik
    • Aufstellung liegend oder stehend
    • Montierung auf allen gängigen Sockeln möglich

Der Kühler

Anders als in der Anleitung und auf der Verpackung erwähnt, handelt es sich bei dem mitgelieferten Kühler nicht um ein Acrylbedecktes und blau beleuchtetes Modell, wie wir ihn aus dem BigWater- oder dem Rocket-LCS kennen. Kein Wunder: Die stilvollen Wohnzimmer-Computer sind doch äußerst selten mit Window-Kits versehen. Nichtsdestotrotz spendieren uns die Taiwanesen hier einen massiven Vollkupfer-Block mit stolz aufgesetztem "Tt"-Relief auf der Oberseite. Diese ist aber im Gegensatz zu denen der Vorgänger nicht glatt poliert, sondern weist eine gekörnte Struktur wie der Radiator der Aquagate Mini auf. Die beiden Bohrungen dienen zur Fixierung am Universal-Montageclip. Für K7-Systeme steht ebenfalls nur die verschraubte Montage zur Verfügung, womit ein nicht geringer Teil dieser Mainboards schlicht und ergreifend inkompatibel sein wird. Sicherlich ist die verschraubte Montage wenn möglich stets den 6-Nasen-Clips vorzuziehen, andererseits hat Thermaltake bei der Rocket bewiesen, dass auch diese Klammer durchaus fähig ist, den Kupferblock satt am Sockel zu halten.



Die runde, konzentrisch geschliffene Kontaktfläche ist um ca. 4 bis 5 mm von der quadratischen Grundfläche des Kühlkörpers abgesetzt. Der Schliff ist - wenn auch nicht auf Thermalright-Niveau - tadellos, der Polierung hätte man sich ruhig etwas sorgsamer widmen können, wie unser Test mit dem "Brandenburger Tor" zeigt. In unserem Testexemplar befanden sich einige unschöne Kratzer, wobei aber davon auszugehen ist, dass dies ein Einzelfall ist.



Die Bodenfläche ist sehr sauber auf den Körper gelötet, was den Blick ins Innere des Kühlers leider nicht zulässt. Aufgrund der bisherigen Tt-Konstruktionen ist aber ein recht simpler Kanalkühler die wahrscheinlichste Lösung. Darauf deuten auch die Wasserein- und auslässe an den Seiten des Kupferquaders. Wirklich enttäuschend ist aber der geringe Durchmesser der Öffnungen: Je kleiner die Eingangsöffnung ist, desto höher ist der Einflusswiderstand. Gerade in Verbindung mit schwachen Pumpen, wie sie bei Thermaltake traditionell zum Einsatz kommen, kann dies ein sehr gewichtiger Inperformanz-Faktor sein. Zudem könnte man durch die Verwendung standardisierter Anschlüsse auf die etwas provisorischen wirkenden Schlauchadapterkonstruktion verzichten, um eben jene dünnen Röhrchen mit den recht mächtigen 10 mm-Schläuchen zu verbinden. Dicht sind die Schläuche dank der bereits bekannten Schlauchklemmen allemal, ebenso wie sie sehr geringe Bogenradien erlauben.

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