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Thermaltake Rocket
Autor:
Chris Bettinger
Publiziert:
02.08.2005
Kategorie:
Wasserkühlung
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Thermaltake gehörte bereits zur ersten Riege der Tuning-Hersteller als die Szene noch zaghaft ihre ersten Knospen trieb. Die Taiwanesen erkannten, dass nicht nur bei Autos, sondern auch bei Kühlern und Zubehörteilen Emotionen mit im Spiel sein können. Leistung war nicht immer das aussschlaggebende Kaufkriterium. Das Design wurde immer gewagter und jedes einzelne Produkt wurde ein Garant dafür, das Publikum zu spalten: Die legendären Kühler DragonOrb und Volcano 7, die Xaser-Gehäuseserie oder auch das WaKü-Komplettset Aquarius 3 wollten geliebt oder gehasst werden.
Zweifellos wird es immer ein leicht zu befriedigendes Kaufmodding-Publikum geben, aber mit wachsendem Interesse an dem Markt steigen auch die Ansprüche des Normal-Verbrauchers - Leistung zählt wieder. So verwundert es kaum, dass nahezu ausschließlich die potenten Vertreter des Thermaltake-Portfolio auf breite Akzeptanz stoßen: Während das Shark-Gehäuse oder der Sonic-Tower überall gekauft wird, entwickelt sich ein "Beetle" wohl eher zum Ladenhüter.
Zur erstgenannten Fraktion möchte unser heutiger Kandidat auch gehören: Gute Leistung, niedrige Laustärke und Thermaltake-typisches Design - das Passiv-Wasserkühlungssystem Rocket.



Zum Preis von rund 150,- Euro kann der lüfterlöse Sprössling zum Beispiel bei Frozen Silicon erstanden werden, ebenso wie zusätzliche VGA-Kühlkörper, Flussindikatoren usw.


Lieferumfang
  • Thermaltake Rocket Kühlturm
  • CPU-Kühlkörper
  • 12 Volt-Pumpe
  • 2 x 500 ml Kühlflüssigkeit
  • 4 x 150 cm Schlauch
  • PCI-Blende mit Schlauchdurchlässen
  • Sockelhalterungen für LGA775, 478, K7 und K8
  • Silmore-Wärmeleitpaste
  • 2 x Klettstreifen
  • Montagematerial



Die Verpackung im Tt-typischen Rot-Schwarz weist alle technischen Daten, eine Beschreibung und eine schematische Zeichnung der Funktionsweise auf. Im Inneren eng von Schaumplatten umhüllt, besteht kein Zweifel an der Transportsicherheit der Rakete samt Zubehör. Zwar ist die Bedienungsanleitung nur einsprachig (Englisch), kann aber wie ihre Vorgänger bei BigWater und Co. mit Flussdiagrammen, scharfen Fotos und eindeutigen Erläuterungen glänzen.


Technische Eckdaten
  • Thermaltake Rocket LCS
    • Material: anodisiertes Aluminium
    • Abmessungen: 150 x 145 x 640 mm³
    • Kühloberfläche: 1256 cm²
    • Gewicht: ca. 4,3 kg
    • Kapazität: max. 0,8 Liter
  • Kühlkörper
    • Material: Kupfer & Acryl
    • Abmessungen: 60 x 78 x 23,5 mm³
    • Gewicht: ca. 453 g
  • Pumpe
    • Abmessungen: 66 x 1,5 x 36 mm³
    • Förderleistung: 90 l/h
    • Lebenserwartung: 50.000 h
    • Gewicht: 170 g
    • Stromanschluss: 3 Pin/4 Pin (12 Volt)
  • Features:
    • Externer Passivradiator ohne Lüfter
    • Einfache Montierung auf allen gängigen Sockeln möglich
    • Beleuchtete Pumpe und Kühlkörper


Der Tower

Beim Anblick des sehr charakteristischen Wärmetauschers konnte sich auch die Redaktion eines pubertären Grinsens nicht erwehren - eine Rakete scheint nicht die einzig mögliche Assoziation zu sein. Zwar sind 4,3 kg nicht gerade Kampfgewicht, aber die Leichtmetall-Konstruktion fühlt sich aufgrund der geringen Auflagefläche bedeutend schwerer an. Die Mitnahme zur nächsten LAN-Party wird sicherlich für neidische Blicke sorgen, setzt aber auch gesteigerte Tragkraft voraus.



Der genau 50 cm hohe Radiator ist umgeben von sechs Gruppen mit jeweils sechs Kühlfinnen - wie die gesamte Konstruktion aus gebürstetem Aluminium. Seitens der Oberfläche kann die Rocket es zwar nicht mit dem Yeti-Tower oder dem Zalman-Pendant aufnehmen, was sich aber nur bedingt auf die Kühlleistung auswirken muss. Die schlanke Linie und nicht zuletzt die Materialwahl lassen diesen Tower jedenfalls bedeutend filigraner erscheinen als die eher massige Konkurrenz.
Der trapezförmige Sockel mit einer quadratischen Grundfläche von 14,5 x 14,5 cm² ist mittels vier Schrauben an dem Radiator fixiert. Er birgt auch die gewinkelten Anschlüsse mit Einschraubverschraubungen, die sinnigerweise mit "In"- und "Out"-Markierungen versehen sind. Außerdem befinden sich auf den Standschienen dicke Gummistreifen, um die Unterlage sowie das gebürstete Alu zu schonen. Zu beiden Seiten findet sich der obligatorische Thermaltake-Schriftzug sowie das Logo in dezentem schwarz.
Den Abschluss nach oben hin bildet eine spitz zusammenlaufende Kunststoffhaube, die der Rakete ihren letzten Schliff erteilt. Sie ist transparent und lässt sich durch Lösen von sechs Schrauben abnehmen. Dies wird später zum Befüllen nötig sein; im Übrigen lässt sich aber so ein Eindruck von dem simplen Innenleben des Radiators gewinnen: Ein Schlauch führt das hineingepumpte Wasser bis an die Spitze, wo es gleich einem Zimmerbrunnen heraussprudelt und beim Abfließen an den Innenwänden abkühlen soll. Auf dem Boden befindet sich der "Abfluss".





Die Verarbeitungsqualität ist, wie von Thermaltake gewohnt, auf hohem Niveau. Die Kunststoffhaube ist mit einem Dichtring sauber abgeschlossen und das Alumiminium muss sich auch vor einem Lian Li-Gehäuse nicht verstecken.


Der Kühlkörper

Wir treffen auf einen alten Bekannten. Offensichtlich ist der Hersteller bei der Wahl des Kühlkörpers weniger experimentierfreudig und setzt auf das durchaus bewährte Teil aus dem BigWater-Set. Die Vollkupfer-Konstruktion macht einen soliden wie potenten Eindruck. Leider hat sich seit dem BigWater-Test auch an der Polierung nichts geändert: Der lineare Schliff ist nach wie vor sehr grob, was mit feinkörniger Wärmeleitpaste kompensiert werden sollte.

Aufgrund der transparenten Acrylscheibe kann man den Wasserkanal mit seinen 4 Windungen genau erkennen, in Zusammenhang mit dem mitgelieferten, UV-gelben Kühlwasser im eingebauten Zustand sicherlich ein schöner Effekt. Der Kanal ist sauber verarbeitet, bietet aber nicht eine so große Oberfläche, welche die Top-Düsenkühler anderer Hersteller erreichen.




Die obere Acrylscheibe, die ebenfalls mit zwei Einschraubverschraubungen zur Aufnahme der mitgelieferten 8 mm-Schläuche versehen ist, wird über vier Kreuzschlitzschrauben mit der Bodenplatte verschraubt, nachdem man den Kanalraum mit einem schwarzen Gummidichtring wasserundurchlässig umschlossen hat. Vorsicht: Dreht man die Schrauben zu fest an, so neigt Acryl sehr leicht zum Reißen. Der Wasserkühlungseinsteiger sollte also besser davon absehen, den Kühler auseinanderzuschrauben.
In einer Ecke des Kühlerdeckels ist eine blaue LED eingelassen, welche mit einem Vorwiderstand direkt an einen 3-Pin-Molex angeschlossen ist. Selbstverständlich darf auf der obligatorische Thermaltake-Schriftzug nicht fehlen, hier sogar zwei Mal.
Alles in Allem ist der Kühlkörper ein ganz typischer Kanalkühler mit bauartbedingten Schwächen, die sich beim normalen Anwender, der die Wasserkühlung einbaut und nicht weiter daran „bastelt", nicht bemerkbar machen sollten. Mit 453 Gramm erreicht er zwar noch ein absolut akzeptables Gewicht, die Sockel-A-Klammer wird hieran aber schon schwer zu tragen haben.


Die Pumpe

Wie bereits erwähnt, ist die Pumpe nicht im Kühlturm integriert, sondern kann im Inneren des Gehäuses befestigt werden. Das vereinfacht natürlich die Wartung bzw. den Austausch im Falle eines Defektes, bringt aber bei der Installation eine Mehraufwand mit sich.

Kenner der früheren Thermaltake-Wasserkühlungen erleben hier wieder einen Aha-Effekt: Konstruktion und Materialwahl sind identisch mit der Pumpe aus Aquarius 2 und BigWater. Da sie hier aber wirklich nur zum Fördern der Flüssigkeit gedacht ist und nicht als Wasserreservoir, konnten ca. 3/4 des Volumens eingespart werden. 66 x 1,5 x 36 mm³ ist die 12 Volt-Pumpe nur noch groß, was sich natürlich auch auf die Förderleistung auswirkt: Mit gerade mal 90 Litern je Stunde bildet sie das Schlusslicht unter den gängigen Pumpen (Zum Vergleich: Die sehr beliebte Eheim 1046 macht 300 l/h, die 12 Volt-Pumpe Laing DCC gar 420 l/h).



Mit Strom versorgt wird der Zwerg über ein mit Gewebe ummanteltes und mit Schrumpfschläuchen versehenes 3-Pin-Kabel. Eher störend ist das fest durchgeschliffene 4-Pin-Molex-Kabel, wenn es denn nicht benötigt wird. So wäre es sicherlich sauberer gewesen, einen Adapter beizulegen.



An der rechten, schmalen Seite finden sich die beiden Anschlüsse: Ein kurzes Stück Schlauch wurde mit den bekannten Klemmschellen über die Öffnung gestülpt und am anderen Ende mit Einschraubverschraubungen versehen. Neben den wirklich souverän-dichten Klammern sind auch die Knickschutzfedern lobenswert zu erwähnen. Statt sie - wie früher - in den Schlauch einzuführen, wo es nach einer Zeit zu Rost- und damit Ionenbildung kommen kann, wurden Sie außerhalb des Schlauches fixiert und garantieren doch noch Schlauchradien bis zu 70 Grad. Zwar lässt sich im Handbuch schnell nachlesen, dass der obere Anschluss der Eingang ist, eine Beschriftung der Anschlüsse hätten wir uns aber schon gewünscht.
Ganz wie von unseren Kollegen aus Taiwan gewohnt, konnte man auf eine blaue LED in der Pumpe aber nicht verzichten.

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