Startseite
News
Artikel
Tools


Schnellsuche


Werbepartner


Pressemitteilungen


Werbung


Partnerseiten

Geekly
Lianli-Modding
Modding-FAQ
ModdingTech
PQTuning
Technic3D
TwinsByte



Radeon X1000 Familie: Die große Enttäuschung?

ATI enthüllte am gestrigen Tage mit dem offiziellen Launch der X1000 Generation den wohl letzten großen Paukenschlag des Jahres 2005 und nur selten spalteten die ersten Benchmarkvergleiche die Lesermeinungen in zwei derartig gegensätzliche Lager. Während sich die einen angesichts der subjektiv als zu schwach empfundenen 3D-Performance nun endgültig (zumindest bis zur nächsten Generation) von den Kanadiern abwenden, sind die anderen hellauf begeistert von ATIs verspätetem 90-nm-Silizium. Sei es drum - die fragwürdigen Köche der wochenlang pausenlos aktiven Gerüchteküche um die tatsächlichen Grafikkartenspezifikationen dürfen sich nun zur Ruhe legen - hier sind die amtlich beglaubigten, nackten Daten:

  X850XT PE 7800 GTX X1800XT X1800XL X1600XT X1600Pro X1300Pro X1300
Codename R480 G70 R520 RV350 RV315
Transistoren 160 Mio. 303 Mio. 320 Mio. 170 Mio. 157 Mio.
Chiptakt 540 MHz 430 MHz 625 MHz 500 MHz 590 MHz 500 MHz 600 MHz 450 MHz
Fertigung 130 nm 110 nm 90 nm
Speichertakt 590 MHz 600 MHz 750 MHz 500 MHz 690 MHz 390 MHz 400 MHz 250 MHz
Interface 256 Bit 128 Bit
Speicherart GDDR III DDR-1
Bandbreite 37,8 GB/s 38,4 GB/s 48 GB/s 32 GB/s 22,1 GB/s 12,48 GB/s 12,8 GB/s 8 GB/s
Größe max. 512 MB max. 256 MB
Pixelpipelines 16 24 16 12 4
Textureinheiten 16 4
Verkaufspreis 430 € 430 € 499 € 449 € 199 € 149 € 149 € 99 €
Im Handel ab sofort Anf. Nov. in Kürze Ende November Mitte Oktober

Bereits an den aufgeführten Erhältlichkeitsdaten lässt sich erahnen, dass die Vorstellung der neuen Karten, speziell der High-End-Riege eher auf dem Papier, denn in den Läden vollzogen wurde. Denn entgegen der angestrebten Philosophie, die Grafikkarten sofort nach der Veröffentlichung an die Händler auszuliefern und den Kunden damit eine zeitnahe Erwerbsmöglichkeit zu offerieren, werden die heiß ersehnten Beschleuniger erst innerhalb der nächsten fünf bis sieben Wochen bei den Shops eintrudeln - ATI hat die Probleme also gerade so vor dem gewinnbringenden Weihnachtsgeschäft eindämmen können.

Doch wer weiß überhaupt von der Vorstellung der X1000-Grafikkarten? Am gestrigen 5. Oktober hätte man ein Feuerwerk an lobpreisenden Reviews und Artikeln zur Next-Generation ATI Karte erwartet, doch was bekamen wir? Eine verschwindend geringe Anzahl an glücklichen Hardware-Magazinen, die sich ihre Testsamples bei der offiziellen ATI-Vorstellung auf Ibiza abholen durften. Sieht so eine heftig rotierende Werbetrommel für das eigene Produkt aus?

Performance?!

Sei es drum: X1800, X1600 und X1300 sind da und und mussten sich in den Benchmarks beweisen. Beginnen wir dabei mit den neuen Flagschiffen der Kanadier, den X1800 XT und XL Probanden. Im synthetischen Bereich, sprich 3DMark05 (und den Vorgängern), nehmen die Karten die GeForce 7800 GTX ins Sandwich. Dabei übertrumpft die X1800 XT die aktuelle nVidia-Prestige extrem deutlich und kann beinahe mit 7800 GT / GTX SLI-Konfigurationen mithalten. In den Spielen schaut es derweil wieder gespaltener aus: Wie in der Vergangenheit üblich, gibt es sowohl ATI- als auch nVidia-Liebende Games und so lässt sich eine wirklich repräsentative Aussage immer nur im Bezug auf die verwendeten Spielebenchmarks geben: In einigen Games liegt die X1800 exorbitant weit vor der 7800 (z.B. in Far Cry und F.E.A.R), in anderen dominieren die nVidia-Derivate nach Belieben (z.B. in The Chronicles of Riddick, Earth 2160, Age of Empires 3, Serious Sam 2 und UT 2004, NFSU2), in wiederum anderen schenken sich beide nur wenig (z.B. in Half-Life 2, Doom 3, Splinter Cell 3 und Day of Defeat). In der Summe muss allerdings festgehalten werden, dass die GeForce 7800 GTX wohl derzeit am längeren Performance-Hebel sitzt.

Etwas anders schaut es aus, sobald AA und AF ins Spiel kommen: Hier reißt ATI die Leistungskrone wieder an sich, denn die neuen Chips brechen selbst bei härtesten Bedingungen durch qualitätssteigernde Settings nur geringfügig ein. Wer ausschließlich auf Filterung und Kantenglättung setzt (und das darf man bei diesen Hardware-Ressourcen gerne tun), kann sich mit einer X1800 nicht beklagen.

Bei der Präsentation von High-End Beschleunigern gehen die Mittel- und Low-Class Produkte freilich immer etwas unter. Und tatsächlich können X1600 und X1300 nur bedingt überzeugen. Unterm Strich leistet eine X1600 XT nach bisherigen Ergebnissen etwa so viel wie eine Radeon X800, während eine X1300 Pro aufgrund fehlender Vergleichstests bei objektiv schwacher Performance nur bedingt eingeordnet werden kann.

Ergonomische Nachteile für ATI

Lässt man die Bildqualität - für viele in diesem Leistungsspektrum eine der wichtigsten Kaufargumente - außen vor, denn hier schlagen auch die neuen ATI-Sprosse die gescholtene nVidia-Konkurrenz wie bisher, so haben die kanadischen Siliziums noch anderweitig an Durchschlagskraft verloren. Denn trotz der feineren Fertigung in 90-nm-Art (G70: 110 nm), verbraucht eine X1800 XT mehr Strom  - unter Last geringfügig mehr, im 2D-Betrieb deutlich mehr. Auch die X1600-Vertreter und die X1300-Karten sind im kaum beanspruchenden Windowsbetrieb etwa so stromhungrig, wie eine 7800 GTX! Bei Volllast liegt die X1800 XL etwa auf Höhe der 7800 GT, die X1600 XT leicht über und die X1300 Pro leicht unter der GeForce 6800.

Damit zerplatzen die Träumer der Silent-Freunde, die gehofft hatten, mit der X1800 eine passiv kühlbare Grafikkarte serviert zu bekommen. Doch es kommt noch schlimmer: Die Dual-Slot-Lösung der 1800 XT gehört zur lauteren, die Single-Slot-Kühler der übrigen X1000-Serie zur lautesten Riege des Segments! Die nVidia-Solution der 7800 GTX scheint wie ein sanft surrendes Kätzchen dagegen ... .

ATI - Sekt oder Selters?

Hat sich nun das lange Warten auf den R520 und seine abgespeckten Varianten gelohnt? Sicher ist der X1800 XT nicht der von vielen erwartete oder erhoffte Über-Chip, dennoch stellt er nach wie vor eine unübertroffene Symbiose aus 3D-Leistung und Bildqualität dar. Die Performance ist zwar in vielen Bereichen niedriger als gedacht, die Hitzeentwicklung der VPUs höher als befürchtet und die preisliche Gestaltung für die X1800-Karten gewohnt unsozialer als ersehnt, nichts desto trotz beschreitet ATI einen wichtigen, ersten Schritt in Richtung 90-nm-High-End Fertigung. Zudem werden durch die neue Generation die auslaufenden, "alten" Beschleuniger preislich attraktiver :-) Eines noch zum Schluss: Eine AGP-Variante der X1800 wird es mit sehr großer Sicherheit nicht geben - dagegen sind X1600 und X1300 für den "guten alten Slot" angedacht.

Lesestoff zum Thema:




X1800 XT

X1800 XL

X1600 XT und X1300 Pro

06.10.2005, 12.31 | Autor: Martin Eckardt | Quelle: Diverse


 verwandte News

   ATI Quad-Crossfire
   Hardwaretuning für übertaktete X1800 XT
   Sapphire Radeon X1800 XT PE
   XpertVision X1600 Pro Golden
   ATI stellt All-In-Wonder X1800 XL vor
   Technische Daten, Bilder und mehr zur X1800, X1600 & X1300
   Radeon X850 ab März auch als AGP-Varianten
   Frühchen: Erste Radeon X850 XT-PE Benchmarks vor dem Launch am 1.12.

 weitere News

   Erstmals Tastaturen von Enermax
   Xilence Power 600 Watt Gamer-Netzteil
   Xilence "Icebox" HDD Heatpipe-Kühler
   Thermaltake PurePower Express: Erstes separates SLI-Netzteil
   AeroCool Dominator: 140-mm-Prozessorkühler
   Zalman VF-900 Cu: Neue Bilder und Verfügbarkeit
   ATI Quad-Crossfire
   Zalman zeigt VF-900 Grafikkartenkühler




Fatal error: Call to undefined function: comment_js() in /www/htdocs/v099032/loader.php(404) : eval()'d code on line 176