|
Grafikkartengeplänkel: G-70 Texturflimmern und R520 XT Release
 Sieben Wochen sind nun mittlerweile ins Land gestrichen, seitdem nVidia mit dem G70 alias GeForce 7800 GTX die Benchmarktests der einschlägigen Vergleichsmagazine beherrscht. Kaum vorgestellt, waren die Karten, welche nunmehr nur noch den PCI-Express als Schnittstelle bedienen, bereits im Handel erhältlich. Die fast durchgängig positiven Kritiken der Reviewer führten mittlerweile dazu, den seit der 5X00er Reihe arg gescholtenen Ruf der Kalifornier, in Anschluss an den guten Erfolg der 6X00er Serie, wieder aufzupäppeln. Die 7800 GTX scheint ergonomischer, leiser, kaum stromhungriger und gibt Dank der teilweise deutlich gesteigerten Leistung zum 6800 Ultra einen durchweg zufriedenstellenden 110-nm-Nachfolger des 130-nm-NV40 ab. Mittlerweile gesellt sich zur GTX auch die GT als etwas abgespeckte G70-Variante, aber durchschnittlich mit immer noch mehr Durchschlagskraft als die amtierende High-End-Generation aus dem eigenen Lager und teilweise auch aus dem der Kanadier. nVidia scheint es auf den ersten Blick also durchaus geschafft zu haben, sich aus dem Hintertreffen in eine Überfliegerposition zu katapultieren, denn weit und breit lässt sich keine Konkurrenz blicken. Doch wo steckt ATI? Es ist recht ruhig geworden um den R520, der mit dem Kürzel "XT" die Top-Variante der neuen R5X0-Riege darstellen soll, und nachdem die Flaggschiffe der beiden revalierenden 3D-Künstler zuletzt nahezu gleichzeitig um die Gunst der Käuferschaft buhlen konnten, steht nVidia nun allein im Rampenlicht. ATI macht es derweil spannend - oder ist gezwungen, es spannend zu machen, denn wer sieht schon gern tatenlos zu, wenn die Käuferschaft zur Konkurrenz überwechselt. Einige Quellen aus dem Netz bereichten derzeit von erneuten Problemen bei der Produktion des neuen ATI-Chips, der in den 90-nm-Produktionslinien von TSMC trotz wiederholter Neuauflagen und Umgestaltungen scheinbar nicht in zufriedenstellender Qualität gebacken werden kann. Offensichtlich hat man noch immer mit übermäßigen Leckströmen und in deren Folge Temperaturproblemen zu kämpfen - die bis zum X850 eigentliche Stärke Radeons. Daraus resultiert nun, dass der R520 XT wohl mit Doppel-Slot-Kühler an den Start gehen wird. Fraglich ist, wie lange sich die Kanadier diesen Missstand noch ansehen werden. Zwar ist mittlerweile Anfang Oktober als Release-Datum für den R520 XT genannt (das etwas "kleinere" First-Class-Modell "XL" erscheint möglicherweise schon etwas früher), doch wer weiß, was bis dahin noch schief geht. Als mögliche Option stünde daher der in der Vergangenheit speziell bei nVidia recht beliebte Paper-Launch parat: Man würde den R520 (XT) offiziell vorstellen und die begrenzten, geglückten Samples an die Redaktionen übergeben. Der Markt müsste in diesem Fall zwar noch einige Wochen auf Verkaufsexemplare warten, doch schwankende Grafikkarten-Käufer und/oder ATI-Sympathisanten wüssten zumindest um die Qualitäten des neuen ATI-Sprosses und müssten nicht vorzeitig zu nVidia überlaufen. Apropos Qualitäten und nVidia: Das immer wieder heiß diskutierte Thema der Bildqualität wird dieser Tage vom 3DCenter erneut ins Rollen gebracht. Demnach hätten die wählbaren Qualitätsmodi der 7800-Modelle ihren Namen mit Nichten verdient. Die Rede ist von starken Texturflimmern bei gesetzten "quality" oder "high quality" Einstellungen, sobald man den Anisotropen Filter aktiviert. Die gewählten Filtermodi (16x, 8x..) würden ohnehin nur in einem sehr geringen Bildteil als solche dargestellt, häufig werde nur mit 4x oder gar 2x AF-Filter gearbeitet, sodass im Finalen die Aussage resultiert, mit der 7800 / 6800 läge die Bildqualität trotz der jeweils höchsten Gütewahl in den Treibern unter der GeForce 2 / 3 / 4 Serie (und natürlich auch unter allen Radeon-Vertretern): Nvidia liefert mit der aktuellen 7800er-Serie Karten aus, die man Liebhabern von Texturqualität nicht empfehlen kann. [...] Alle Benchmarks, die jeweils die Standard-Einstellungen testen, egal ob GeForce 7800 vs. GeForce 6800 oder eine der beiden GeForce-Karte gegen eine Radeon, sind somit falsch: Nvidia bietet derzeit die deutlich schlechtere AF-Qualität, der Radeon-Standard ist besser als 6800er Standard, und der 7800er Standard ist noch einmal schlechter. Somit sind die jeweiligen Leistungsdaten nicht vergleichbar. Der gesamte, lediglich zweiseitige Artikel ist allen Freunden des fairen Vergleiches durchaus ans Herz zu legen. Wie steht es zu guter letzt eigentlich um die "alte" AGP-Schnittstelle? Wer auch weiterhin gern in diesen Bus einsteigt, ist derzeit wohl mit den GeForce 6800 GT bzw. Ultra-Modellen gut beraten. Mit knapp 240 respektive 270 Euro bekommt man die voraussichtlich letzten High-End Karten für diesen Steckplatz. Während die ATI Vertreter im Segment immer noch deutlich teurer sind. Dafür scheint ATI allerdings zu planen, auch die Mittelklasse-Grafikkarten RV515 und RV530 der neuen Generation für den AGP fit zu machen.
16.08.2005, 17.04 | Autor: Martin Eckardt | Quelle: intern
Fatal error: Call to undefined function: comment_js() in /www/htdocs/v099032/loader.php(404) : eval()'d code on line 176
|